zv2 29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.
1641 in wenig Tagen ausgehungert gewesen seyn. Da aber Thauwetter einfiel, so sahen ^die Schweden genöthigt, über den Fluß zuräckzugehn, ehe das Eis aufbrach, und N>fand für rathsam, sich von der Stadt zu entfernen: doch geschah dies eher nicht,/bis Guebriant den Kaiser und den Reichstag mit fünfhundert auf die Stadt abgE^senen Kanonenkugeln begrüßt hatte, welche Beleidigung den Kaiser so sehr soll verdro!'haben, daß er ganz aus seiner gewöhnlichen Fassung gesetzt wurde. ^
Nach dieser Unternehmung trennten sich die französischen Truppen, aus Ntrauen gegen den schwedischen Feldmarschall, mit dem sich Guebriant nicht vecü^.weil er immer argwohnte, Banner wolle den Rest der Armee des Herzogs von ,mar von der Verbindung mit Frankreich ab-.und ganz an sich ziehen. Bonner ^beschlossen, den Krieg nach Bayern und in die kaiserlichen Erblander zu spielen,Guebriant auf einmahl ganz zur Unzett absonderte und gegen den Mayn hin zog-^nern kamen bald darauf die kaiserlichen und bayerischen Völker bey Zngolstadt sodaß nur ein schleuniger Rückzug ihn vom Untergang retten konnte. Der Oberstege, den er mit drey Regimentern Reuterey zu Neuburg gelassen, und den dielichen gefangen nahmen, rettete durch seine tapfere Gegenwehr die schwedischeeben so sehr, als Banner durch einen meistermassigen Marsch, und Guebriant ^Am rv May. die Wiedervereinigung mit den Schweden. Banner starb bald hernach zu Halber^wodurch die schwedische Armee in grosse Gefahr gesetzt wurde, weil die meistenwegen rückständiger Zahlung schwierig waren, und, da Banners Ansetzn sie nicht >nim Zaum hielt, öffentlich murrten. Guebriant gab sich alle Mühe, sie zu befried^,allein, sein Hof konnte ihm nicht so viel Geld schicken, als hierzu nöthig war; und h,ne eigene Truppen bekamen den Sold so unrichtig, daß er mehr als einmahl UMniß ansuchte, nach Frankreich zurückzukehren, weil er ihre Klagen nicht langer a«sß^könnte. Inzwischen brachte er doch die Schweden dahin, daß sie die kaiserlichen^pen, welche Wolfenbüttel entsetzen wollten, in Vereinigung mit den Braunschw^schlugen. Allein, die Schweden verfolgten diesen Sieg nicht, well die Kriegszuch^ler ihnen immer mehr und mehr abnahm, und nicht eher als nach der Ankunft des ^ckern Feldmarschalls von Torstenson wieder hergestellt wurde. Endlich ward ^briant auch einigermassen beruhigt. Der Kardinal schickte ihm Geld zurder Truppen und zur Befriedigung der Officiere von der weimarischen Armee,noch nichts von den Geldern bekommen, die ihnen der Herzog Bernhard verns^hatte. Zugleich schickte er ihm ein Patent zur Stelle eines Gencrallieutenants, ^ ^Person des Königs bey der Armee in Teutschland, in Abwesenheit des Herzog? ^Longuevrlle, vorstellen sollte. Endlich schafte der König auch den Titel der Hren der weimarschen Armee ab, und stellte diejenigen, die diese Würde hatten, 5 .,,^andre Gnadenbezeugungen schadlos. Beydes geschah, um sie dem französischenral mehr zu unterwerfen, dessen Befehlen sie oft widerstrebt hatten. Torstens ^ihm den Vorschlag , mit ihm in Böhmen einzubrechen: allein, der Graf zog sichRhein zurück, weil er dort mehr Lebensmittel als in dem verheerten Böhmenhofte, und von dort aus sowohl die Rekruten leichter an sich ziehn, als auch die >fischen Eroberungen besser beschützen konnte a). A'
SZA-zro. k.. 6.x. ;n-4rz. lll. 7. x-4rA-44Z.
1^. i.p
contür.'I'. z.x. 909 ch. Bergt