400 2z. Buch. Ludwig der Dreizehnte.
r 64 r «nd eben dies bewegte ihn, sie anzunehmen. Mein, Ludwig wurde krank, und
machte, daß dem Herzog lange kein Auftrag hierüber geschah. Der ganze Hof ^be-unruhig über die zunehmende Krankheit des Königs, und jeder suchte sich auf dse i" ^sorgende Veränderung vorzubereiten. Selbst die Königin, die befürchtete, Mimöchte ihr nach dem Tode des Königs nicht nur die Regentschaft, sondern auch "Prinzen (*) entreißen, suchte sich des Schutzes des Herzogs von Bouillon zu ^sichern, und sich in Sedan eine Freystatte zu bedingen. Allein, die KrankheUKönigs war von kurzer Dauer, und der Herzog von Bouillon ward würklich zürn ^befehlshaber der Truppen in Italien bestellt °). . ,h-
Der alte König Ludwig war noch nicht ganz wieder hergestellt, als Johann ^
wig von Nogaret de la Valette, Herzog von Epernon, im 88sten JahrAn/l a ^ran. Alltts starb. Er war der älteste Herzog lind Pair, der älteste Diener der Krone, K' älteste Statthalter einer Provinz, der-ülteste Ritter der königlichen Orden, derStaatsrath des Königs, die älteste Standesperson, und zugleich der einzige M§n^Königreich, der sich vor dem Kardinal Richelieu nicht demüthigte, der ihn abek^noch kurz vor seinem Ende nach Loches verwieß. Sein Stolz, Eigensinn und -war unerträglich. Er wollte aus einer der ältesten Familien in Gascogne entspru^,seyn, und erkaufte Genealogisten, die sein Geschlecht von dem berühmten NogU^der zu Anagni PabstBonifaz den Achten aushandeln half(**), herleiteten, obg ^,sein Großvater nur ein Notarius gewesen war. Er hat drey Königen, Heinrichs,Dritten und Vierten und Ludwig dem Dreizehnten ihre Gnade mehr abgeU ^als erbeten, und erhielt sich, ob er gleich Heinrich den Vierten nicht zumund Richelieu'» gar zum Feinde hatte, bey seinen wichtigen Bedienungen,
Glück war erstaunlich: doch besaß er auch gegen das Unglück einen so standhaftendaß ihn kein Unfall verzagt machen konnte. Der Graf von Harcourt erhielt ^Statthalterschaft von Güyenne: aber die Stelle eines Generals der Infanterie, ^der verstorbene Herzog gleichfalls bekleidzt hatte, und die einem einzigen Mann ^Gewalt verschaffte, blieb unbesetzt l). . ^
Indem die Feinde des Kardinals mit mannigfaltigen Ränken beschäftigtven, schickte sich der König , ohngeachtet der strengen Zahrszeir zu der Reise nach^k
Sieg
Grafen
sillon an, UM die Eroberung dieser Landschaft durch die Eroberung der schon aligs Ei-tlen Festung Perpignan zu vollenden und von seinen neuen Unterthanen, denniern, die Huldigung einzunehmen. In diesem Vorhaben, das ihm Richelieu ^des geben hatte, ward er noch mehr bestärkt durch die angenehme Nachricht von derN^,-^
von lichen Siege, den der Graf von Guebrianc zu Anfang dieses Jahrs über die ^,1Guc b r i a nt chen bey Kempen im Ertzstift Köln davon getragen hatte. Seine Vereinigung u" xkk-s'^ bey Kem^-eUchen Truppen unter dem General Eberstein setzte ihn in den Stand, den do.
pen.
Am 17 Zan.
(*) Sie war am -rsten Scpt. 1640 mit ei-nem zweete» Prinzen, Philipp, Herzog vonAnjou, nachherigen Herzog von Vrleans, nie-dergekommen.
e) AA»ror>er ,/e p. 99 - iri. Vergl.
l'. lo. k. 2. p. 270-294. Grif-fet Th. 14. S. 294 - Z02. Schlegel Th. 8> S.r;on. ff.
(**) S- den rten Th. dieser GeschiehFrankreich S. 99.
f) Hik.de la Vie «in vucnon 1 '. z. p. 7Z2
2699. 12.^) Lp. iz. P-6il t 4 '
Schlegel Th. 8. S. 854 u. f.