Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
409
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29. Buch. Ludwig der Dreizehnte. 429

daß man ihm die meisten Bedienten, die er bisher noch zur Aufwartung ge-sen - ^ entzog, und die Freyheit , spahieren zu gehn, die er Anfangs noch genof-' wollig nahm.

. Obgleich noch kein Kommissar ernennt war, um diesen Verbrecher zu verhä-lt ^ ^ doch der Kardinal den Officieren, die die Wache bey ihm hatten, befoh-sie ihm die Verbrechen, deren ihn der allgemeine Ruf beschuldigte, beständigEr ^ ihn ermähnen sollten, sie offenherzig zu gestehen, um Gnade zu erhalten,

ein, ^ ^ dieser junge, von Natur hißige und unbedachsame Herr, möchte sich durch- ^ Worte, die ihm entführen und die zum Beweis widerchn dienen könnten, selbst

Er b w" ""d ihn ermähnen sollten, sie offenherzig zu gestehen, um Gnade zu erhalten.ej>^ute, dieser junge, von Natur hihige und unbedder'- - die ihm entführen und die zum Beweis »visri-^ ?^^n; und er betrog sich nicht in seiner Vermuthung. So wichtige Ursachen Tinq--ivjss auch harte, seine Zunge zu zahmen, so verrieth er doch bisweilen sein böses Ge-gen- ' ^ gab zu verstehn, er wäre wohl Willens gewesen, den Kardinal umzubrin-be„' der König hätte doch auch darum gewust und seine Einwilligung dazu gege-' der Kardinal habe Ursache, übel mit ihm zu Verfahren, und-er thäte hierin nichts,le erwäre; wenn man ihm Gnade oder auch nur das leben verspräche, so wol-rx,'g^nge offenbaren, die man ausserdem nie von ihm erfahren würde, weil er, wennz» ^ ^ben mäste, mit Ehren sterben wollte. Da Richelieu wegen seiner Krankheit^/f^oscon bleiben muste, und der König entschlossen war, wieder nach Paris zu ge-sv würkten die beyden Staatssecretarien für den Kardinal die allerweitlauffgste Voll-V^chs aus, die er nur verlangen konnte, nach welcher Richelieu in Abwesenheit des»vem!^ ^ allen, den königlichen Dienst betreffenden Sachen mit eben der Gewalt, als,e der König selbst gegenwärtig wäre, Verfügungen treffen konnte, und die Beseh-ende ^ Kardinal sowohl in als ausser dem Reiche den Generalen und Ministern zu-er h ^tvürde, eben so genau, als die königlichen, vollzogen werden sollten, ohne daß- bringenden Geschäften erst Berichte an den König schicken dürfte.t'Nen Kardinal hatte den Herrn von Thou nach Tarascon bringen lassen, um^tann recht nahe bey der Hand zu haben, von dem er glaubte, daß er alle Um-z», ber Verschwörung vollkommen wüste/und von dem er die ausführlichste Nachrichtvölligen hoffte. Zu dem Ende hatte er dem ihn bewachenden -Officier befohlen, nichtals ^ zu gehn, und alle seine Reden genau zu merken: allein, Thou war weit klüger

das sich auf die Verschwörung beziehn

"^tnars, und ließ nicht das geringste, das sich auf >

«S bon sich hören. Richelieu beschloß also, ihn selbst zu verhören oder sich, wiedich Ostens den Schein haben sollte, mit ihm zu unterreden. Aber er erfuhr weiterals daß Thou auf schriftlichen Befehl des Königs nach Rom und Madrid ge-er ^are; und als er ihn fragte, wo denn dieser Befehl wäre, so antwortete Thou,die ^ sichern Händen, und man würde ihn schon vorlegen, wenn es Zeit wäre. Umses bes Königs zu schonen, durfte Richelieu nicht weiter auf die Vorzeigung die-dringen.

li?u g., 3m Julius wurde das Verhör aller Gefangenen vorgenommen, und Riche-sich selbst die Mühe, den Kvmmissarien alle Fragen, die sie thun sollten, vor-Thou ward wegen seiner verschiedenen Reisen in Sachen dieser Verschwö-iy seiner genauen Bekanntschaft mit Tinc>mars und Fonerailles, und we-^vrret ^ Unternehmung wider der, Staat und den ersten Minister befragt. Er ant-Er habe in ihrem Verhalten nie etwas sträfliches bemerkt; seine Reisen hätten

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