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29. Buch. Lirdwig der Dreizehnte.
Der König betrug sich bey dem ganzen Proceß auf eine seinem Andenken na^tkeilige Art. Er überließ nicht nur dem Kardinal die ganze Leitung desselben, und oEte einen Herrn dessen Rache auf, den er ehedem mit Vergnügen angehört hatte, E,er über den Minister loszog, sondern er brauchte auch die Vorsicht, durch einben an den Kanzler alles, was Lmqmars zu seinem Nachtheil aussagen würde,lügenhaft zu erklären; und die mühsame Kunst, die in diesem Schreiben herrscht,starke Vermuthung, der König müsse eben kein gar zu gutes Gewissen gehabt, und 1'befürchtet haben, Lmqmars möchte bey seiner Rechtfertigung etwas aussagen, ^aus erhellen könnte, der König habe bisweilen selbst die Wegräumung des Kardinals Swünscht, ,
Weit inzwischen die Beweise gegen den Herrn von ThdU noch nicht HM>Eten, ihm das Leben abzusprechen, so muste sich der Kanzler auf Befehl des Kardlsalle Mühe geben, den Oberstallmeistcr zum Gestandniß seines Verbrechens und M chzeige seiner Mitschuldigen zu bringen. Er besuchte ihn deswegen öfters im GefängE.sprach allein mit ihm, um ihn nicht durch die Feyerlichkeiten eines rechtsförmigen Ehörs schüchtern zu machen, gab ihm zu verstehn, er könne nur durch ein aufrich^Bekenntniß Gnade erlangen; er rede mit ihm nicht als Richter, sondern als FreunEkönne getrost gegen ihn mitder Sprache herausgehn, und was er ihm sagen würde, Ebey dem Proceß gar nicht in Betrachtung kommen. Dieses Zureden bewegte denfangenen, daß er die meisten Punkte, die er bisher so dreiste geläugnet, eingeß^ .auch den nicht ausgenommen, daß der Herr von Thou Wissenschaft von dem MEmit Spanien gehabt habe. Ja, Lmqmars war so unbesonnen, daß er sagte, Ty 'hege einen persönlichen Haß gegen den Kardinal, und man müsse ein wachsames ^auf ihn haben, wenn er etwa wieder auf freyen Fuß gestellt würde. Nun ELmqmars noch dahin gebracht werden, daß er das, was er in seinen vertrautUnterredungen mit dem Kanzler bekannt hatte, auch vor Gericht aussagte. Dekdinal wählte den Herrn von Laubardemom, Referenten des Processes, um des §bedachtsamen Oberstallmeister bis auf diesen Punkt zu bringen. Dieser listigestellte LMqmarn bey einem Besuch vor, seine Sache sey so beschaffen, daß ihnEein aufrichtiges Gestandniß Gnade verschaffen könne; und da der Herr von THEalles, was er wisse, entdeckt hatte, so könne man sich nicht genug wundern, daß ckGefahr seines Lebens einem Menschen treu bleiben wollte, der ihm zuerst untrenden wäre; alle Geständnisse, die er in heimlichen Unterredungen thun möchte, tvE>inicht hinreichend seyn, das Verfahren des Königs und des Kardinals vor der jserechtfertigen; man verlange also eine gerichtliche Aussage von ihm; man hättegenug, ihm das Leben abzusprechen; und wenn er bis aus Ende fortfahren wollte,gemachtesten Umstände hartnäckig zu leugnen, so würden seine Richter sich g^,,chsehn, ihn zur Folter zu verurtheilen, um die Anzeige der Mitschuldigen von ihmer-zwingen; würde er aber die reine und vollkommene Wahrheit bekennen, so dürst ^ ^sichert seyn, daß er sowohl der Folter als dem Tode entgehn würde; und er Osein Wort, daß ihm kein Leid wiederfahren sollte, wenn er aufrichtig mit der S>p ^herausgienge. Diese arglistige Vorstellungen machten einen solchen Eindruck ^,ii>furchtsamen Linqmars, daß er, in der Meynung, Thou habe. ihn verrathen/ ^sein Gestandniß werde ihm das Leben retten, dem.Referenten alles erzählte, was^,,z-