Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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zo. Buch. Ludwig her Vierzehnte.

19 Inzwischen schloß Conde" mit 6 bis 7000 Mann, die er noch von seinem ^

ten Feldzug übrig hatte, Paris ein, indem er sich von Lagni, Corbeil, St. Cloud, b«Denis und Charenton Meister machte. Es war dies eine der kühnsten Unternehmtgen des Prinzen, die gewiß unglücklich würde abgelaufen seyn, wenn die Pariser emordentliche Ärmee gehabt hatten. Inzwischen standen doch vornehme Prinzen ^Standespersonen an ihrer Spitze. Der Herzog von Elboeuf und seine dreyder Herzog von Bnstac und der Marquis von la Boula'se, boten dem ParlaM^

Jan. ihre Dienste zuerst an, welches auch den ersten zu seinem General bestellte. Als ^der Prinz von Conti und der Herzog von Longueville, in Begleitung des Pri>tvon rNarsillac und des Marquis von Noirmouriee heimlich den Hof verlassen/ ^sich, vermöge eines Vertrags mit Gondi, nach Paris begeben hatten, um sich g^,falls für das Parlament zu erklären; so wurde Conti zum Generalissimus der ÄrAdes Königs unter dem Ansetzn des Parlaments und der Herzog von'ElboeufzuM^neral erklärt, und ihm der Herzog von Bouillon und der Marschall von lamit gleicher Gewalt zugegeben. Der Herzog von Longueville aber wollte nicht ^der Armee dienen, sondern nur dem Prinzen von Conti mit seinem Rath beyEweil er sich höher, als die letzter», achtete, dem ersten aber nicht gleich seyn ko>EDas Volk hegte gegen den Prinzen von Conti grosses Miötrauen, weil er der Br^des Prinzen von Londe' war; daher muste er mit seiner Schwester, der HerM.von Longueville, seine Wohnung auf dem Rathhaust nehmen, um dem VolkArgwohn zu entziehen. .

Die Entweichung des Prinzen von Conti und seines Schwagers setzt« ^Hof in grosse Unruhe, und man fieng gar an, an der Aufrichtigkeit des Prinzen ^Londe zu zweifeln. Ja man sagte, Mazarini sey damahls entschlossen geivel^Frankreich zu verlassen, weil er, im Fall Londe seine Partey verliesse, sich un^vielen Stürmen nicht erhalten zu können glaubte. Allein, Londe machte ihn rvie^muthig, indem er der Königin versicherte, daß er entweder sterben oder ihn imTri"^über alle seine Feinde nach Paris zurückführen wolle.

Der Zuwachs, den die Pariser durch die vorhin genannten Herren erlangwar sehr beträchtlich; denn Conti war Prinz vom Geblüt, Longueville besaß ^Gouvernement der Normandie, und la Motte hatte sich bey der Armee grossenerworben : aber doch war der Beytritt des Herzogs von Bouillon noch weit wichtigweil er die Welt besser kannte, und mit seinem Bruder, dem Marschall vonder ln Teutschland kommandirte, in der genauesten Verbindung stand. Der H«> ^fürchtete würklich, dieser Feldherr möchte seine Schuldigkeit der Wiederherstellung '^neö Hauses und dem Misvergnügen über den Kardinal aufopfern. Deswegenman an die übrigen Generale seiner Armee, ihn nicht mehr als ihren Anführer ^kennen, und setzte den General Erlach an dessen Stelle. Zu derselben Zeit kaMder Herzog von Beaufoct in Paris an, der seit seiner Entweichung aus dem ^niß in den Provinzen jenseits der Loire herumgeirret war, und nun eine günstig« ^

14 Ja», genhcit fand, sich wieder auf dem Schauplatz zu zeigen. Er bot dem Parlament / jzDienste an, das ihn von der Beschuldigung lossprach, gegen das Leben deS Kar'einen Anschlag gefaßt zu haben, ihn als Pair von Frankreich aufnahm, und zum ^ral bestellte. ^