Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
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zo. Buch. Ludwig der Vierzehute.

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Londe' sie verlassen, daß er Frieden mit dem Hof gemacht habe, und baß dernur ein Spiegelgefechte wäre, das man ihrer Leichtgläubigkeit gäbe. Sie liessen 1nicht einmal durch den Anblick der Todten und durch das Geschrey der Verwundetenwegen, dem Prinzen den geringsten Beystand zu leisten. In dieser Gesinnung besiatte sie daS Betragen des Herzogs von Drleans, der sich in seinem Pallast eingesps^harte, und keinen Befehl ertheilte; daher man sogar schloß, er stehe mit demin gutem Vernehmen. Diese Untätigkeit rührte nicht allein von seiner gewöhn^")Unschlüffigkeit, sondern auch von den Ränken des Kardinals Retz her, der, in st""Feindschaft und Rache unversöhnlich war, und ihn mit Fleiß in dieser UngewWerhielt, um nur seine Augen an dem Untergänge des Prinzen von Londe weide" ikönnen.

Eine Dame Indem der Herzog so hin und her wankte, so wagte es seine Tochter, v,

rettet den Prinzessin von Montpensier, ihn zu bereden, daß er öffentlich erscheinen und dtPrinzen von Prinzen von Eonde' das Antonsthor möchte öffnen lassen. Erst konnte sie mit dtEvnde. triftigsten Vorstellungen nichts ausrichten; endlich aber erlaubte ihr der Herzog, st^,in seinem Namen alles, was sie für dienlich finden würde, zu befehlen. Sogleich ^gab sie sich auf das Rathhaus, versicherte sich des Vertrauens der Obrigkeit und^Volks, gieng hierauf selbst in die Amonsstrasse, und ließ das Thor öffnen, mitfehl, die Truppen des Prinzen, wenn sie hinein wollten, nicht aufzuhalten. D>^les geschah einen Augenblick vor dem erst erwähnten Stillstand. Kaum war dervon dem wesentlichen Dienst, den ihm die Prinzessin erwiesen, benachrichtigt, al^,in die Stadt lief, um seiner Wohlthäterin zu danken, die sich in ein an die Bastillesendes Haus begeben hatte. Die kriegerische Wuth, der er sich am ganzen VorN"""»überlassen hatte, zeigte sich noch an seiner ganzen Person. Er war ausser Athem,den blossen Degen in der Hand, weil er die Scheide verlohren; sein Gesicht warStaub und Schweiß bedeckt; seine Haare zerstreut; und ob er gleich nicht verw""°,,war, so war doch seine Kleidung ganz voll Blut; auf seinem Harnisch sahe manmale von empfangenen Stössen; und ob er gleich während des ganzen Gefechts kast^.tig sich bewiesen hatte, so war er doch setzt ganz ausser sich, warf sich, ganz erM"^in einen Lehnsessel, und sagte: „ Sie sehen hier einen zur Verzweiflung gebrachten„ sehen; ich habe alle meine Freunde verlohren, und die Herzoge von Nemours,, Rochefoucauld, wie auch Llmchamp sind tödtlich verwundetund beyWorten rollten dem Helden Thränen die Wange herab. Die Prinzessin, die be>r.Nachrichten von diesen Herren hatte, tröstete ihn. Er wollte gleich hierauf wied^.hen, und bat sie, Befehl zu geben, daß fein Feldgeräthe in die Stadt gelassen ^und da sie ihm vorstellte, daß es wohl besser wäre, wenn er die Truppen in diezöge; so antwortete er, er wolle sie gewiß, wenn es Zeit wäre, sicher in die Stadt bl'gen; man solle ihm nicht vorwerfen können, daß er vor den Mazarinern geflohe"Einige Stunden hernach kam er zurück in dasselbe Haus, und unterredete sich sehr st^ieschaftlich mit dem Herzog von Drleans, der endlich seinen Pallast verlassen hatte-Gesinnungen der Pariser hatten sich inzwischen zum Vortheil des Prinzen ganz ^ ^dcrt, und sie waren, da sie endlich sahen, daß das Gefechte kein Scherz wäre, AWaffen getreten, um ihn zu vertheidigen. Kaum waren der Herzog und der ^ ,von einander geschieden, so begab sich die Prinzessin in die Bastille, und ließ die K ^