Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
549
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zc>. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

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. Aber beynahe wäre ihnen diese Wolthat durch eine Kleinigkeit entzogen wor» t66rDie Könige von Frankreich und Spanien haben einen alten Rangstreit nnt E» Gefahr l>e^"der, indem jeder vor dem andern den Vorzug verlangt. Dieser Streit war zur Zeit, ^ ^ „

^r Tridenter Kirchenversammlung in heftige Bewegung gekommen, und wur e Iktzt^^^^eichsufs neue rege gemacht. Als nemlich der schwedische ausserordentiiche Botschafter zu Spamm.«ondon, ein Graf von Brahe, seinen Einzug daselbst halten wollte, so müssen, wie^wohnlich, die anwesenden Gesandten fremder Höfe, um diesen Einzug fryerlm)er zuZachen, dem neu ankommenden ihre Karossen entgegen schicken. Der spamsche Gesang^ Baron von Batteville, oder nach andern N)attev»lle, der schon seit eungerZett^sn Vorrang vor dem französischen, Grafen von Eftrades, verlangt hatte, wollte sichdieser Gelegenheit bedienen, den Besitz dieses Vorranges zu behaupten. Eben diesthat Esirades. Allein, der spanische Gesandte, der mehr Geld und ein zahlreicheresbefolge hatte, gewann den Londner Pöbel, und da Esirades bey dem Einzüge dengewöhnlichen Rang behaupten wollte, setzte sich ihm Battevrlle entgegen. Man wur»de handgemein; der Pöbel ergriff die Partey der Spanier; die Karosse des Grafen vonEstrades wurde zerbrochen, seine Pferde gelobtet, viele seiner Leute, selbst sein Sohn,verwundet; kurz, die Spanier behielten den Platz. Sobald König Ludwig von die»scr Beschimpfung Nachricht erhalten hatte, gcrieth er in den heftigsten Grimm, riefseinen Gesandten von Madrid zurück, verbot dem Spanischen Hof und Reich, brach dieWegen der niederländischen Gränzbestimmung angefangene Unterhandlungen ab, undließ seinem Schwiegervater Philipp erklären, der Krieg sey vor der Thür, wofern erFrankreichs Vorzug nicht erkennen und die Beschimpfung durch eine feierliche Genug»thuung tilgen würde. Der gute König von Spanien, der entweder seine Schwachezu sehr fühlte, oder es nicht der Muhe werth hielt, eines Gesandtenzwists wegen seineUnterthanen durch einen neuen Krieg zu belästigen, rief den Baron von Battevilleaus London zurück, und schickte im Jahr rüür den Grafen von Fuentes nach Fontai»debleau, der dann am agsten März in Gegenwart des Hofs und aller fremden Gesand,len, die damals in Frankreich waren, Ludwigen in Philipps Namen erklärte, daß" allen seinen Ministern und Botschaftern befohlen hatte, künftig bey öffentlichenHerrlichkeiten nicht mehr mit den französischen Gesandten zusammen zu kommen. Die»ld Erklärung enthüll nichts, woraus man schließen konnte, daß Spanien^den franzo»fischen Gesandten Vorzüge vor den seinigen einräumte, ob sie gleich die Schwache derSpanier selbst verrieth: dennoch legte sie Ludwig auf eine feinem Ehrgeitz schmei,chelnde Art aus. Denn als sich der spanische Gesandte wegbegeben hatte, wendete sich^ König an den päbstlichen Botschafter und an alle gegenwärtige fremde Minister,sagte: » Sie haben die Erklärung angehört, die mir der spanische Gesandte gethan" hat; ich bitte, sie ihren Herren zu melden, damit sie wissen, daß der katholische Kö-" Nig allen seinen Gesandten befohlen habe, den meinigen bey allen Gelegenheiten dkVorhand zu lassen. „ Eben dieser Fuentes hatte nachher würklich in der Jesuiter»

^sche zu Venedig den französischen Gesandten den Vorrang gelassen: aber bey dem^"ern^er Friedenskongreß wurde die Gleichheit der Gesandten behauptet i). ^

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^ 1-. z. P-.8- 245 A. ^