Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
557
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zo. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

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1662

»u Untersuchen; daß die Gesandten zu Rom eben die Sicherheit als bey ander»« Mach-en haben sollten; daß Don Maru- schriftlich bezeugen würde/ wie er keinen Theil anGewaltthätigkeiten der Korsen gehabt; daß der Kardinal Lhtgt als Legat nachFrankreich kommen sollte, um dem König seine und seiner ganzen Familie Ergebenheit«u bezeugen; daß man gegen Kardinale nur nach der Vorschrift der Kirchengeseße ver<

>ahren könne; und daß der Pabst, statt der Errichtung einer Schandsäule, ein Breve2egen die Korsen bekannt machen würde.

Da diese Antwort noch nicht nach dem Sinn des französischen Hofs war, sowurden die Unterhandlungen wieder unterbrochen, zumal da Rastnut noch besonders^klarte, daß der Pabst den Don Mario und den Kardinal Impertalr für unschnl--A halte, sie folglich nicht als Schuldige behandeln könne. Alexander gab einen neuen"Oeweis davon durch das Lob, das er diesem Kardinal in dem Konsistorium beylegte,durch die neue Würde, die er ihm ertheilte, indem er ihn zu seinem Legaten in der-Hark'Ankona bestellte; eine Würde, die Pabst Urban der Achte aufgehoben hatte,

Und die wichtiger war, als die ihm abgenommene Statthalterschaft von Rom. Der»

Gebens wollte die damals in Rom lebende Königin Christine von Schweden Mitt-lerin bey diesem Streite werden; vergebens suchte der Pabst die Vermittelung aller ka-tholischen Fürsten. Die damaligen Umstände waren «hin hierin nachtheilig. Der Kai-ser hatte mit den Türken Krieg zu führen, und wollte so wenig Partey nehmen, daß erdein Marquis Mattet, seinem Agenten zu Rom, der sich zum General der päbstlichenTruppen machen ließ, eben deswegen den Abschied gab. Und Spanien hatte mit denPortugiesin so viel zu schaffen, daß es in alle jene Forderungen der Franzosen willigte.

Eben deswegen gieng Frankreich immer weiter. Das Parlament zu Provence that denAusspruch, daß Avignon und die Grafschaft Venaiffin mit der Krone vereinigt wer-den sollte. Dies zwang den hülflosin Pabst, nachzugeben und einzuwilligen, daß Im-pertalt siine neue Würde niederlegte und sich nach Genua begab, uin daselbst Lud-wigs weitere Befehle zu erwarten. Damit aber dies einigen Schein der Genugthu-ung haben möchte, so verlangte Lrequt, daß der Pabst in einem Breve erklären sollte,

^ habe dem Kardinal Imperiali die Statthalterschaft von Rom und die Legatcnwür-dewon Ankona genommen und ihn verwiesen, um den Anfang der gerechten von Frank-^ich verlangten Genugthuung zu machen. Allein, das darauf ausgefertigte Breve, r so zweydeutig, daß es Lrequr nicht annahm, sondern, da das Konsistorium glaub-^ es könne den Kardinal nicht verweisen, ohne ihm den Proceß gemacht zu haben,wallen verließ. Doch vollzog man noch vor seiner Abreise in Rom das Todcsurcheil Am -z Drc^ einem Korsen und Sbirren, welches Imperiali, so lange er Statthalter war, im-^ verhindert hatte.

n Kanin hatte man in Frankreich Nachricht von dein fruchtlosen Verlauf der lLüzs.^erhandlungcn, so machte man alle Anstalten, den Pabst und feinen Nepoten den°niglichxn Zorn fühlen zu lassen. Umsonst wendete der römische Hof feine ganze Lttaats-an, um sich mit elniger Ehre aus dem Handel zu ziehen. Er muste sich gefallenden Abt Rastnut nach Pont-Beauvoisin zu neuen Unterhandlungen abzu-de e». Die Sache des Herzogs von Parma machte die grösten Schwierigkeiten;der Abt behauptete, die apostolische Kammer habe ein gegründetes Recht gehabt,und Ronciglione in Besitz j" nehmen, und wollte, ohngeachtet der französischen

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