Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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zv. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

1662

Hitze der Franzosen würde sich schon legen. Er setzte zwar zwo Kongregationen med /wovon die eine die Schuldigen zur Strafe ziehn, und die andre über die GcnugthmE'die man dem König und dessen Gesandten zu geben hätte, Rath halten sollte. All" ^da diese Genugthuung sehr gelinde ausfiel, so verließ der Gesandte nebst allen ftanzMsehen Kardinälen die Stadt Rom, und begab sich nach Toskana (*). Anfangs r>e -man dem König, den päbstlichen Botschafter ptccolomim zu Paris gefangen zu Mrmen: man gieng aber doch so weit noch nicht, sondern befahl ihm nur, die Stadt iverlassen und nach Meaux zu gehn. Da er dem letzten Theil des Befehls nicht geho^te, sondern nur nach Sc. Denis gieng, so wurde er durch einen Officier mitrißKommando bewacht, der ihm überall nachfolgte und seine Handlungen beobachtete. ^ 'man aber erfuhr, daß (Lrequi Rom verlassen hatte, so wurde auch dem päbstlichen B"schafter befohlen, Frankreich ohne Verzug zu räumen. Eben die Wache, die ihmher zugegeben war, begleitete ihn bis an die savoyischen Gränzen, und verstattetewährend dieser Reise keine Gemeinschaft mit andern Personen. Zugleich wendete M".alles an, was nöthig schien, den Pabst in Furcht zu setzen. Man wollte keinevon ihm und seinen Ministern annehmen; man drohte; man verlangte von dem ^uig in Spanien, daß er die päbstlichen Nepoten und den Kardinal Imperiali nie'Schutz nehmen , und einer Armee von 18,000 Mann den Durchzug durch dasländische verstatten möchte; und man hielt zu Turin, Maniua, Genua und Floresum den Durchzug einer gleichen Zahl von Truppen an. Diese Schreckmittel wM?nicht ohne Würkung. Der römische Hof schickte den Abt Rajponi nach S. Quirlswo sich (Lrequi aufhielt, und vernahm von ihm folgende Friedensbedingungen: §Pabst soll die Thaler von Comacchio dem Herzog von LUtodcna und die HerzogthüM?Castro und Ronciglioue dem Herzog von Parma zurückgeben; künftig soll in Ansehtder Gesandten fremder Höfe, ihrer Bedienten und Palläste ohne Vorwissen des gaEKardinalskollegiums nichts beschlossen werden; Don Mario Lhigi soll auf fünf^.,sechs Jahre des Landes verwiesen werden; der Kardinal Lhigi, Sohn des Dont^"rio und Kardinalpatron der Kirche, soll als Legat nach Frankreich kommen, umseinem ersten Gehör im Namen des Pabsts das Vergangene zu entschuldigen, und'"zweyten für sich und für seine ganze Familie den König um Verzeihung zu bitten; M"soll dem Kardinal Imperiali den Proceß machen, und ihm den Kardinalshut nehm?es soll in dem alten Quartier der Korsen eine Schandsaule errichtet, und in deren ^schrift sollen sie auf ewig für unfähig erklärt werden, in Rom Kriegsdienste zu th"/weil sie sich unterstanden, die Person eines französischen Gesandten zu beleidigen ,seinen Pallast zu beunruhigen. — Der Pabst, der sich schmeichelte, der König sFrankreich sey nicht so aufgebracht, als er sich stelle, oder die Hitze werde wenigst^,verrauchen, ließ darauf antworten, daß die Angelegenheiten der Herzoge vondena und Parma gar keinen Zusammenhang mit den korsischen Handeln hätten,daß man eine Kongregation niedersetzen wolle, um die Rechte beyder Herzoge aufs

(*) Der König hatte vorher den Großherzog rin es unter andern heißt: Votreselbst ersucht, dem Gesandten in seinem Lande Aus- brüt uns ll longue bubituäe lls nousenthalt zu geben. S. bittres äs I.oul8 XlV. toutes cbolos, st ä tcnioi^ner zulgu l"

1 '. 1. p. 104. Eben daselbst ( p. 9- legg-) steht ä'uvsrüon pc>ur cs gui rsAsrlls notre k?ein harter Brief des Königs au den Pabst, wo- ns et notrs Louronne, gue etc.