562 ZO. Buch. Ludwig der Vierzehnte.
1664 der Stadt Gigerl zwischen Algier und Tunis zu bemächtigen-, und schickte den Oberad-nural von Frankreich, den Herzog von Bestufort, mit einer ansehnlichen Flotte dalB-A-r-r-^uk. Man eroberte auch die Stadt, ^und suchte sich daselbst festzusetzen: allein ein
ständnis der Befehlshaber und Mangel an Lebensmitteln nöthigten die Franzosen,
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Ort mit Verlust wieder zu verlassen chFranzösische Die Kolonie, die zu Anfang des Februars von Röchelte abschiffte, um
Kolonien zu^nne, eine kleine Insel ohnweit Guiana in Südamerika, zu bevölkern und anzriba^'Madagascar. weit glücklicher. Diese Kolonie, so wie diejenige, die einige Zeit darauf nach
' dagascar abgeschickt wurde, waren auch Früchte von Lslberts Bemühungen uM ^Beförderung des Handels. Bisher hatten die Holländer und Engländer, vornehm^aber die ersten, fast die ganze Handlung der Franzosen unter ihren Handen. Sie sächten die französischen Landesprodukte und Waaren aus in alle Lande; jetzt aberAbschaffung dies abgeändert. Schon im Jahr 1662 hatte Ludwig seine Unterthanen vonr>es Schiffzol- Schiffzoll — /A-ork ffe genannt — den bisher alle aus den französischen Häwabsegelnde Schiffe geben mußten, befreyet, und sie dadurch in den Stand gesetzt, EsHandliings.' Waaren selbst, und wohlfeiler, als Fremde, auszuführen. Man setzte einen jetztrath. daurenden Handlungsrath nieder, und der König erschien selbst alle vierzehn Tage dari^Freyhafen um den Vorsitz zu führen. Die Häfen bey Dünkirchen und Marseille wurdenzu Dü n ki r-Fxeyhäfen erklärt, und dadurch der levantische Handel nach Marseille und der NordistA" nach Dünkirchen gezogen
stille.
Nach dem Beyspiel der Holländer wurde auch in diesem Jahr eine West-
-. ^stludische Handlungsgesellschaft errichtet. Bisher hatte die verschwenderische Prc>^
Handlniigsg^ der Franzosen der Emsigkeit der Holländer zinsbar seyn müssen: aber nun sollten sieMchaft. Schatze beyder Indien selbst holen, ohne ihre Nachbarn reich und sich selbst arm ZU
chen. Durch ein Edikt im May, das am eilften Julius im Parlament registrirt wnc^stiftete der König die Westindische Handlungsgesellschaft, um vierzig Jahre lang, ^Ausschluß aller andern Kaufleute, Handel nach Terra sirma und nach den AmerikanischInseln von dem Amazoncnfluß bis an den Fluß Oronoko und die Antillen, nach Akadi^Kanada, Terranova und andre feste Länder, wie auch nach den Inseln längs der Lcv>schaft Kanada bis Virginien lind Florida; mit Einschluß der afrikanischen Küstengrünen Vorgebürge bis an das Vorgebürg der guten Hoffnung, zu treiben, und erthc^ihr grosse Freyheiten. Der König schoß ihr auch ein ansehnlich Kapital vor. Im ^gust wurde das Edikt für die Ostindische Gesellschaft ausgefertigt und am ersten SeE^ber im Parlament registrirt. Dadurch wurde ihr erlaubt, allein, mit Ausschluß ^übrigen Unterthanen, vorn Vorgebürge der guten Hoffnung nach ganz Ostindien undallen dortigen Meeren, auch in der Südsee Handlung zu treiben, und zwar fünf 3 ,lang. Zur Unterstützung dieser Gesellschaft schoß der König sechs Millionen Livresund lud die Reichen ein, zu derselben zu treten. Die Königinnen, die Prinzen und ^ganze Hof schössen zwo Millionen baar her, die Gerichtshöfe zwölfhundert tausend Livr^die Finanzbedientcn zwo Millionen, und die Kaufmannschaft sechshundert ufunfzigtausend Livres. Kurz, die ganze Nation beförderte das Unternehmen, und -Gesellschaft erlangte dabey noch grosse Freyheiten; z. B. sie sollte von allen zum
c) 4 . p. 279 IgH. 1*. I. y. I97.274. rergl. Ltu'M.'rÄ'e 1. z. z>.
Schlegel Th. 9. S- zzz.
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