Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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zo. Buch. Ludwig der Nierzehme.

1L72 then-, sich des ersten Schreckens der Provinzen zu bedienen, und 6oc>c> Reuter schnell nach Amsifdam abgehen zu lassen, und sich so dieser Hauptstadt zu bemächtigen: aber der kaltblütigere Türen'widerrielh dies, als ein zu verwegenes Unternehmen, dessen Erfolg den königlichen WaffenSchimpf gereichen könnte. Dieses Urtheil, dem Lonvois und der König selbst bepfiel, rettetesrerdam, wo die Bestürzung würklich sehr groß war. Lande' riech auch, die meisten eroberten Pl<>'he zu schleifen, weil die darein zu legenden Besatzungen die Armee ungemein schwächten, welchedoch nicht geschehen dürfte, weil man noch nicht wüste, wozu sich die teutschen Fürsten entschlief'würden. Diesem Rath fiel auch Türen ne bey: aber Lonvois war andrer Meynung, und ekKönig hatte in der Folge Ursache die Befolgung derselben zu bereuen. .

Der Marquis von Rocbcfort gicng durch die Velau, nahm Amcrsfort ein, und schick ^von hier nur 160 Mann ab, um Naerden aufzufordern. Der Stadcrath und die Besatzung diebOrts flohen bey der ersten Nachricht von deren Anrückung, und die Franzosen wurden ohne alle-fdingungcn in die Stadt gelassen. Minden, drey Meilen von Amsterdam, wo die Schleusendurch die man die ganze Gegend unter Wasser setzen kann, wurde von fünf französischen Dra§°'ncrn, die auf Beute ausgiengen, aufgefordert; sie erhielten sogleich die Schlüssel: weil sie aber ^Platz für unbedeutend hielten, warfen sie dieselben in den Stadtgraben. Als aber die Franzosen b',Wichtigkeit des Orts erfuhren, wurde eine andre Partey ausgeschickt, sich dessen zu bemächtig^'allein, Prinz Johann Moritz von Nassä» kam den Franzosen zuvor, und errettete Amsteck^von dem sonst unvermeidlichen Untergänge.

Die Holländer Bey diesen Bedrängnissen nahmen die Generalstaatcn ihre Zuflucht zu Unterhandlung^

^»stuckt uilln- besonders auf Betrieb des Nachpcnsionars ve Wut, der befürchtete, eS möchte bey der Fortsetztrerhandluilgcn. ^6 KriegS der Prinz von Gramen zum Statthalter erwählt werden ; eine Sache, der er vo>m,' her aus allen Kräften entgegen gearbeitet hakte. Man schickte daher eine ausscrordentliche Gcsaf.,schaft an die Könige von Großbritanien und Frankreich, um zu versuche», ob und unter welchenD'dingungcn ein Vergleich möglich wäre. Allein, der erste bezeigte damals noch keine Lust zu eifbesondern Vergleich ohne des andern Beytritt; und die drey Abgeordneten an Ludwig, woruif,auch Peter Ve Grook war, wurden von dessen Ministern gar nicht mit derjenigen Höflichkeit fpfangen, welche die Franzosen sonst auch mik unangenehmen Forderungen und Mit harten Beftv' .zu verbinden wissen. Der übermüthige Louvois empficng sie mit seinem gewöhnlichen Stolzmit beissenden Spöttereyen. Er und Pompone verlangten , daß alles, was der König erobertte , wieder von ihm erkauft werden müsse; und daß man ihm überdies die Kriegskosten ersehen,seinen Buudsgcnvssen Geimgrhmlng verschaffen sollte; und Pomponc fügte besonders hinzu, ^man sich geschwind cmschliessen müsse, wenn man dem äussersten Verderben cntgehn wollte. .

Diese Erklärung veranlaßte viele Berathschlagungen der holländischen Stände,man aber lange zu keinem Schluß kommen konnte, weil die verschiedenen Parteyen, welche Hoif^trennten, auch verschiedene Absichten hatten. Denn ve HAtt glaubte, den Nest seines Vaterlos

und sich selbst nebst seiner Partey nur dadurch erhalten zu können, daß man den Ueberwinder

iii"

Frieden bäte: der Prinz von (Dramen hingegen, der sehr ehrbegierig war, aber auch sein Voflland liebte, und der immer noch hoffte, daß die Zeit und sein-Standhaftigkeit das Unglück bSkaatS überwinden würden, strebte nach der Würde eines Statthalters, und widersetzte sich ^,Frieden, weil er weniger zur Beförderung seiner Absicht geschickt war, als der Krieg. °Das si'^uannte ewige Edikt wurde auch würklich aus 'Anhalten des Volks aufgehoben und der Prinz e"

L ^ 2ndesscn hatte Türenne Niemägen, Creveeoeur und Bommel eingenommen undzogenbusch belagert : aber in die Provinz Holland waren die Franzosen nicht tiefer eingedrunf'weil durch fe B'öffmilig der Schleusen ein grosser Theil unter Wasser gesetzt war. Zugleichden die Unterhandlungen fortgesetzt. Die holländischen Gesandten baten, daß der König denvereinigt und m ferner Verfassung lassen möchte, und boten ihm dafür Maastricht nebst allem n>a6 ^zu gehörte , an, und z»r Ersetzung der Kriegskosten sechs Millionen, und solche Städte aus . ,Generalitatslanden, die dem König anständig und deren Lage dem Staat nicht schädlich werdende. Da aber Louvorn lächelnd antwortete, daß dies nicht genug wäre; so böte» sie endlich ^Millionen nebst allen Generalitatslaiiden. Allein, auch damit war Lonvsis nicht zufrieden, >der» verlangte im Namen des Königs alles, was der Staat ausser den sieben Provinzen, <^„f