Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
588
JPEG-Download
 

588

ZQ. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

1672 cheleyen der Pariser über seine glückliche Unternehmungen anzuhören, nicht langer im Lager bleibeließ. Lande' sagte deswegen, er sehe wohl, daß der König den Geist eines Weltbezwingers mulbesitze, und daß seine Minister zwar die besten Schreiber, aber die armseligsten Staatsbedienten vonder Welt wären. ..

Zudem er so unter dem Zujauchzen und den übertriebensten Lobeserhebungen der Palmseines Ruhms in Ruhe genoß, wendeten die Holländer alle Klugheit an, sich von ihrer Bedrängn'»loszuwinden Sie schickten die von Frankreich und England vorgelegten Friedensbedingungen in auihre Städte und an alle teutsche Höfe, um die erstem gegen so übermüthige Feinde zu erbittern undie andern zur thätigsten Hülfe zu bewegen. Dies that die gehoffte Würkung. Alle Städte in H^'land beeiferten sich nm die Werte, dem Prinzen von Gramen so viel Gewalt aufzutragen, als snöthig hatte, um sie von der bedrohten Skiaverey zu retten. Lrievrick, XVelhelm ver Grosseherte sich mit seiner Hülfe, und der Graf von Momecuculi war im Begriff, eine kaiserliche ArnAmit der seinigcn zu vereinigen. Der Statthalter konnte nun, da Türenne weg war, selbst auf ^griffe denken. Anfangs liefen sie freylich ungünstig ab. Das Unternehmen auf Naerden undden mißlang durch die Wachsamkeit des Herzogs von Luxemburg, der die kleine französische Arn>^in diesen Gegenden anführte. Auch wurde der Prinz von (Dramen durch den einfallenden JEgenöthigt, die Belagerung von Charleroi wieder aufzuheben. Eben dieser Frost veranlaßte denEinfall der zog von Luxemburg zu einem Einfall in die Provinz Holland, der bis in den Winter verschob^Franzosen in wurde und gefährliche Folgen für Holland würde gehabt haben, wenn die Witterung den FranzoiARollandda- llüustig geblieben wäre. Luxemburg, der in Uetrecht war, und ohngefähr i rooa Mann aus desbc» verübte Utt-öm^Oarten Besatzungen zusammengezogen harre, beschloß zu der Zeit, da der Frost einfiel, ei»Menschlichkeit, neue Art, Krieg zuführen, und seine kleine mit Schlittschuhen versehene Armee über das Eis i"bringen, das die ganze Gegend bedeckte, nm Leiden und Haag zu überfallen. Als man bey Untt''fuchung des Eises fand, daß es nicht leicht brechen würde, wenn es auch etliche Tage thauen soöAAm >7- Dec. so trat er um Mitternacht den Marsch an. Ob sich nun gleich bey seinem Ausmarsch ein sta^Thauwind erhob, so zog er doch immer auf dem Eise hin, bis es Tag wurde. Bey den DörftABodegrave und Swammerdam muste er still halten. Zur Schadloshaltung wegen der ausgestan^nen Beschwerlichkeiten ließ Luxemburg seine Völker diese reichen und wohlbevökkerten Dörferdem, und in Brand stecken; er erlaubte dabey und in andern Settern alle erdenkliche Schandthatund Grausamkeiten, dergleichen man von den gesitteten Franzosen nicht erwartet harte. Als dAThauwetter fortwährte, so musien sie zurück, ohne den vorigen Weg nehmen zu können; denn st'Ades festen Eises stand er jetzt unter Wasser. Nun fanden sich zween Steindämme, auf denen sie»!!'rückziehn konnten: allein auf diesen Dämmen bey Nienverbrugge lag eine Schanze, durch die Amusten, und die mit zwey Regimentern holländischer Truppen beseht war. Der Anführer derselben,ObAste Moses Pari cr Vin, härte durch tapfere Vertheidigung die ganze französische Armee entweder vANichten oder gefangen nehmen können: allein, er verließ seinen Posten, und ließ die Franzosen ^hig nach Uetrecht gehen, verlohr auch dafür seinen Kopf. Zn Uetrecht selbst war man mit dem D''tragen der Franzosen, so lange der Herzog von Luxemburg dort stand, sehr unzufrieden. Er HA,keinen von den Vergleichspunkten, die man bey der Uebergabe der Stadt eingegangen harte, undschwcrte ein sich freywillig unterworfenes Volk auf die unverantwortlichste Weise. Dies that ^Sache der Franzosen unaussprechlichen Schaden, und bewog die noch übrigen Landschaften, "AKräfte zur Abwendung eines ähnlichen Schicksals aufzubieten. Noch vor Ende dieses Zahrs erobe'ten die Holländer durch Ueberfall die starke Festung Koevcrden wieder c).

167z

Mit dem Anfang dieses Zahrs fetzte König Ludwig alle europäische Kabinette durch st'A

Es waren wenig teutsche Höfe, wo er nicht Leute hatte, d>^

Unterhandln»- Unterhandlungen in Bewegung. .^ ...

Eofd standen. Seine Abgeschickte unterhielten die ungrischen Unruhen, und suchte» ^andern Höfen. in Teutschlcmd abzuhalten, daß sie nicht mit dem Kaiser gemeinschaftliche Sache gege»

' machen möchten. Er verschwendete ansehnliche Summen an den König von England, damit «c

r.2. P.2N-S«,. I. r. - - - ' — ^

P. 52 I -5?5- llte»,or>er ike 6ra»ü>„l 1. 2. 2ys

(Den Uebergavg über den Rbem bat der Graf vonGu'.che selbst -eschrieben in seinen uns fehlenden Me-moiren). O'« Vie cln Vicomrs äs 1'urenns p.

Lia-ZLÜ. D 2'. paAl 242 lhg.

k-e/llFöv 1°. 2 p. 212- 222. Vcrgl. Larry. 1°. 4.

14;, I . z. P. . ZL-472. ^

27z/gg. ^ p. 22,-2.^ Manberk «s ^

u ff ;54U. ff. Hume D 6S2ll6-->.d^gel Tb y. S. 4-6-422. Tc-;e IN der allgem. svhist. Th-Zs. S-147- '6' U. ff.