594 zs.Buch. Ludwig der Vierzehnte.
1674 quis von Beauvau herschreibt, in neuern Zeiten von einem geschickten Geschichtforscher (*) ausDicvintei» von storisch - kritischen Gründen für eine Fabel erklärt worden. Ueberhaupt äusserte Türcnne in solastTüre,ine her- Fällen mehr Gleichgültigkeit, als die Menschenliebe in seinem Charakter zu sehen wünscht. Er ve5^/iotbert grannte mit eben dem kalten Blut, mit dem er der unmenschlichen Nachbegierde seiner Soldaten >
^ ' der Pfalz zusah, einen Theil des platten Landes im Elsaß, um den Feinden den Unterhalt zu
nehmen, und ließ durch seine Neuterey Lothringen, welches Land ohnehin durch die Franzosen °lgenug war verheeret worden, vollends zu Grunde richten. Für diese schlaffe Kriegszuchc ehrten ssdie Soldaten als ihrer» Vater.
Inzwischen waren die Kaiserliche», durch Lüneburgische und andre Truppen verstärk^über den Rhein gegangen, und hatten sich unter den Befehlen der Herzoge von Lothringen und soBonrnonville bey Ensisheim in Elsaß gesetzt, um in Lothringen einzufallen, wenn sich der Kurfunvon Brandenburg, der mit 16000 Mann im Anzug war, mit ihnen wurde vereinigt hab^'Dieser Umstand, den man wegen deS vorn Kurfürsten mit Frankreich getroffenen Friedens nicht v«ausgesehen hatte, sehte den Marschall von Türenne in grosse Verlegenheit, zumal da seine Ar»^nur halb so stark als die feindliche war. Er sahe, daß man den Feinden nicht mehr widerstehen köniitt-ünd daß »nan ihnen nothwendig Elsaß überlassen müsse, wenn die Brandenburger einmal mit ihEvereinigt waren. Er gieng also, ohngeachtet der Schwache seiner Armee, gerade auf die Feiw,los, die man in einer vorrheilhasten Stellung fand, indem sie vor dem rechten Flügel das D^'Treffen bey Ensheim, und vor dein iinken ein Gehölze, und vor der ganzen Fronte Hecken hatten. Hier e>s'Eiivheim am4. stand nun ein Gefecht, das fünf Stunden lang bis zu Nacht dauretc, und von dem sich die TcmOkt- scheu mit Verlust von zooo Mann unter die Kanonen von Straßburg zurückziehen mustcn. ,
gab dein Herzog von Bonrnonville diesen Verlust Schuld, weil er die sehr tapfer fechtenden Lü>^'burger nicht unterstützt hatte. Inzwischen hinderte die Ankunft des Kurfürsten von BranvenbukSandre schädliche Folgen, die für die VundSgenossen aus diesen» Treffen hatten entsteh» können. Dch,nunmehr waren diese über ;oooo Mann stark, da hingegen Türenne nicht den dritten Theil so 2'Türenne zieht hatte. Er ,nutzte sich deswegen »ach Lothringen zurückziehen, ohne von den Vundsgenossen c»i§'sieb z u r ück, griffen zu werden, welches aber wider den Rath des Kurfürsten geschah, und begnügte sich, Hage»''kommt aver „„x, Zabern zu befestigen, weil er wohl vermuthen konnte, daß sich diese grosse Arince IN Eisaß alotreibt die breiten und die Winterquartiere daselbst beziehen würde, welches auch geschah. So bald sich ^Diiiidsgcnossen stine Truppen in Lothringen wieder erholt und verstärkt hatten, so rückte er im December wieder ss
aus Elsaß-
Am 29. Dec.
(167;Am 5. Ja».)
Elsaß ein, um ein Quartier der Feinde nach dem andern aufzuheben. Der Kurfürst, der vora»^sahe, was nachher geschehen ist, hatte den Herzog von Bonrnonville gewarnt, und ihm gerath^'seine zerstreuten Truppen zu versammle»»: aber dieser folgte wieder nicht, und war sicher. Inz>^'sehen zog Türenne über Bedfvrd nach Elsaß, drung in die Quartiere der Kaiserlichen, schlug MHerzog von Bonrnonville bey Mühlhausen im Sundgau, nahm das ganze Regiment Porti-» S'fangen, und verfolgte den Herzog von Bonrnonville, der sich in Bestürzung und Geschwindiswmit dem Kurfürsten bey Kolmar vereinigte. Allein, Türenne ließ ihnen nicht Zeit, alle ihrepen zusammenzuziehen, sondern griff sie an, da sie zwischen Kolmar und Türkhcim lagen,er diesen letzten Ort wegnahm und den Teutschen in die Flanke fiel. Dies nöthigte sie, in dereilig über den Rhein zurückzugehn. Auf diese Art wurde Frankreich wieder Meister im Elsaß / "die grossen Rüstungen des Kaisers und des Reichs gegen Frankreich wurden fruchtlos. a,
Alle diese schnell auf einander gefolgt«» Thaten des Vicomte von Türcnne, die »>u -viel Kunst entworfen und so geschwind und glücklich ausgeführt wurden, erwarben »hm EurE'Bewunderung; und diese wurde noch dadurch vermehrt, als »nan erfuhr, daß er alles wider d<-,Willen seines Hofs und gegen die wiederholten Befehle des Kriegsministers Louvois gethandenn diesen Befehlen zu Folge hatte er Elsaß den Feinden völlig überlassen müssen. Er bestlss'r ,sich auch deswegen bey seiner Rückkunft nach Frankreich über diesen Minister, und sagte z»m K°Louvois möchte wohl ein brauchbarer Mann seyn, aber nur sollte er sich nicht mit der Leit>"A^>,nes Feldzugs befassen. Freylich aber trugen die damaligen Umstände sehr viel zu den rühmlichen ,richtungen des Vicomte von Türenne bey. Die Kriegsräthe zu Wien und zu Paris waren,geachtet alles dessen, was Türenne gegen den letzten einwendete, eben doch sehr unterschiede»^^
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,«) Herr» Lolini zu Mannheim, in seiner Oiliörtükion billorigue er ciirign- lur!s yrctenclu c«rLonre cio üek onvoye« xar Llmrlss-I.c>uis Llecceur kalarin »u Vicomce cio lursnnc. äslanuneiw 17°?'