Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
595
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ZO. Buch. Ludwig der Vierzehnte. 595

^ournonvilte war der Mann nicht, der fähig oder würdig genug gewesen Ware, es mit einem 1F74Helden, wie Türenne, aufzunehmen. Die Minister zu Wien, blosse Staatsmänner, machten inchr-n Kabinetten Entwürfe zu Fcldzügcn, die mit den Regeln der Kriegskunst nicht bestehen konnten;

Und doch sollten sich die Generale blos nach ihnen richten. Da sie aber von Wien aus ihre Verhak.-tUngLbefehle erwarten mußten, so entgiengen ihnen die besten Gelegenheiten, den Aeinden Abbruch zuthun, Ucberdies herrschte Eifersucht unter den Generalen der vereinigten Armee, und verdarb oft"Uch glückliche Entwürfe. Türenne hingegen, dessen Ruhm schon befestigt war, und dem man keinegenaue Verhalt»,igsbefehle vorschrieb, konnte seinem durch Erfahrung und Tapferkeit gelenkten^enie folgen, und die Augenblicke benutzen, die seine Feinde durch Absenkung der Kouriere verlvh-^u, die ihnen Erlaubniß zu gewissen Unternehmungen holen sollten, die aber nach ihrer Rückkunftlchvn vereitelt waren.

So wurde der Krieg zu Lande geführt; zur See fiel in diesem Zahr wenig vor. Frank- Seekrieg,wich behielt nach dem Frieden zwischen Großbritannien und den vereinigten Niederlanden seine Flotte»n den Seehafen: aber der holländische Admiral Rudrer hatte eine Unternehmung gegen die karibi-scheu Inseln Martinique, Guadeloupe und Grenades vorgeschlagen; seine Landsleute rüsteten sich"Uch dazu. Allein, die Franzosen erfuhren den Anschlag zeitig, und vernichteten ihn durch Wachsam-keit. Zuvor hatte Tromp eine Landung auf der Insel Belleisle an der Küste von Bretagne gethan:aber auch da fand man alles in so gutem Vertheidignngsstande, daß die Flotte bald wieder zu-buckgieng h).

Frankreich, das den Gefährlichkeiten des vorigen Feldzugs mehr durch die Geschicklichkcit istiller Generale und durch die Fehler feiner Feinde, als durch die Anzahl feiner Heere, entgangen Der KönlaWar, hatte das Mittel gefunden, einen Krieg in Norden anzuzünden, und einen seiner Feinde damit Schweb. führtZU beschäftigen. Es hatte Nemlich König Rarl vcn Eilfren von Schweden dahin gebracht, sich 9 , mit

gegen den Kurfürsten von Brandenburg z„ erklären, und zu Anfang dieses Jahrs in die Länderdieses Prinzen einzufallen. Der Kurfürst von Bayern verband sich auch mit Schweden, um, wie ^man vorgab, diejenigen, die den Frieden nicht wünschten, zu demselben zu nöthigen, und den west-phälischcn Frieden anstecht zu erhalten. Eben dies versprach Hannover, wofern die schwedischenWaffen glücklich seyn würden. Da aber dies nicht geschah, so blieb es doch parteylos, ohne mit an-dern teutschen Fürsren gemeinschaftliche Sache gegen Frankreich zu machen.

Inzwischen entstanden doch fast an allen Höfen Fnedcnsgesiiimingcn. Frankreich selbst Friebensge«war des Kriegs müde, weil das Volk über die schweren Auflagen murrte, und sogar an einigen Or-simiimgeii derst.u, z. B. zu Bvurdeaux, Nantes und Reimes, gefährliche Empörungen entstanden waren. Spa.- kämpfe,ide»"st» war so schwach, daß es kaum das Versprochene leisten konnte, und die Holländer waren es ei-Mächte-Gütlich, die für alle Verbindungen dieser Krone gut sagte», nnd allem Anfchn nach auch das Gelddie teutschen Prinzen, welche Völker hergaben, allein bezahlten. Kaiser Leopold» war durchw Unruhen in Ungern immer noch beschäftigt, und der letzte Feldzug hatte seinen Erwartungen so^e»jg entsprochen, daß er in dem bevorstehenden kein besseres Schicksal hoffen konnte, weil er in dein-stlben keine Rechnung auf die brandenburgischen Truppen machen durfte. Auch Holland war nichtstey von innerlichen Unruhen, weil einige Stände dem Prinzen von Gramen die Oberhoheit austra-Sm wollten wogegen sich aber Seeland vorzüglich fetzte. Man sprach also nach dem Ende des letztenf °stz»gs sehr stark von, Frieden, und man vereinigte sich über den Ort, wo die Unterhandlungen!°ut-n gehalten werden; und dies war Niemägen. Man ernannte auch Bevollmächtigte dazu;

B. Frankreich den Herzog von Vitti, an dessen Stelle hernach der Marschall von Estraden kam,

.stst den Herren Lolberr und Johann Amon ve Mefmes, Grafen von Avaux, ein Neffe de§den westphälischen Frieden und andre Unterhandlungen berühmt gewordenen und damals gestor-ben Grafen von Avant. Aber es währte »och lange, ehe die Unterhandlungen anfiengen. Frank-wollte seine Bevollmächtigte nicht eher abschicken, als bis eö wegen des Vorganges zu Köln

Ffff 2 Genüg-

st ^ O» t>. 258-;78- äs LsoE» n. S- 502 u. ff. Mrgl. Mrr-i'n-sr- 1'.;.?.558-578.

stg. kleniolres er ksllexioiiz Mr les pririci- 't . z. p. 280 igq. 294 sgg- -r-i-o«/-- t- 4. p.

4^ äu rexne äe bouis XIV pur tel. L. ZfS-Z72. a/smor>-- äs LrauäsuLo»^ L. i. pii§. lol

Hia ^ äs /a ?are) ä Locceiäum Schlegel Th- S- S. 449 - 4 ) 7 -

' l2. p. 1 oü j^c^. 129-144. ^h.