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ZO. Buch. Ludwig der Vierzehnte.
1675 Auch in Sicilien waren die Franzosen glücklich. Die Spanier hatten Messing belogt /
Krieg in Si- und die Stadt durch Hunger auf das äusserste gebracht, als unter dem Herzog und Marschall v
killen. Vivonne Entsatz aus Frankreich ankam; worauf diese Stadt den Eyd der Treue gegen den «0 »
von Frankreich in die Hände dieses Herzogs ablegte. Die Stadt Agosta in Sicilien wurde
September auch von den Franzosen, die dabey schlechten Widerstand fanden, erobert; und der Pt» r
von Mome-Sarchio, der einige Zeit hernach von Neapel nach Messing abgesegelt war, g^'^
mit den Franzosen in ein Gefecht, das sich mit einem heftigen Sturm endigte, und worin die M '
zosen einige Schiffe verlohren 0). , . ^
Frankreichs Bundsgenosse, der König von Schweden, war am allerunglucklichstcn.
land, Spanien und Dänemark bekriegten ihn. Sein General Wrgngcl, der in Abwesenheit
Kurfürsten von Brandenburg bis in die Gegend von Berlin gestreift hatte, verlohr nicht allein
seine Eroberungen, sondern auch Pommern; und der Bischof von Münster, der mit dem Kaist'
Spanien und Holland in Bund getreten war, fiel in das Herzogthum Bremen ein , und beweß
den Herzog Johann Friedrich von Hannover, an dein Krieg gegen Schweden Theil zu nehn^'
Weil nun so das Kriegsfeuer immer weiter um sich griff, so bemühte sich Großbritannien von
em, die kriegenden Mächte zur Eröstnung der niemägischen Friedcnsuntcrhandluugen zu bewcE
Neue Vorbe- Weil bisher die Gefangenhaltung des Fürsten Wilhelm von Fürstenberft das stärkste Hindere
reitmigcn zum gewesen war, so bewegte man den Bischof von Straßburg, den Bruder dieses Fürsten, daß ccl'ck
Frieden- M„ig von Frankreich ansuchte, den Anfang der Unterhandlungen wegen der Gefangenschaft r'
nes Bruders, nicht länger aufzuhalten. Hierauf beschloß auch Ludwig, seine Bcvollmächtigft"
würklich nach Niemägen abzuschicken: doch verstrichen noch etliche Monate vor der Ausführung l»,
ses Entschlusses. Der Friede zwischen Frankreich und Holland war so schwer nicht mehr, nachbck
erstere Macht fast alle ihre Eroberungen-in den Niederlanden wieder verlohren hatte: aber zwiss)^
Spanien und Frankreich fiel der Vergleich schwerer, weil ersteres alles wieder auf den Fuß des
renäischen Friedens gesetzt wissen wollte; die Franzosen hingegen bestanden auf den Bedingungen ^
Aachner Friedens und auf dem fortdauernden Besitz der Grafschaft Burgund, wenn Spanien
dafür einige Städte in den spanischen Niederlanden abtreten wollte. ,
Als sich in dem ersten Monat des neuen Jahrs sowohl die holländischen als cilglisift.
Gesandten nach Niemägen begeben hakten; so zeigten sich in den Passen, welche Frankreich für ch
Bevollmächtigten eingeschickt hatte, zween Hauptmangel, wodurch die Eröffnung der Unterhandl""'
gen noch eine Zeit laug verzögert wurde. Denn sie verstatteten den Bevollmächtigten keine Freyhs',
auf ihre eigne Pässe reitende Boten an ihre Höfe abzusenden, und legten dem Herzog vonLolhf^
gen seinen gewöhnlichen Titel nicht bey, sondern nennten ihn nur Prinz Rarl, da doch der
dem verstorbenen Herzog allezeit den herzoglichen Titel gegeben hatte. Wegen der daraus enE"'
genden Streitigkeiten, die man oft mit Fleiß erregt, wenn man noch etwas vom Kriegsglück hol^
wurden die Unterhandlungen auf ein ganzes Vierteljahr verzögert, und bepdeTheile rüsteten sich)^
Fcldzug p). . „
So erschöpft und misvergnugt auch die Unterthanen des Königs von Frankreich was-
so wüste doch Lolbert die zur Fortsetzung des Kriegs nöthigen Summen aufzubringen; und die-
meen erschienen, des Vcrlusts im vorigen Zahr ohngeachtet, zahlreicher, als ehemals, im
Der Marschall von Navailles bekam den Oberbefehl in Nvußillon, der Herzog von Luxemburgs
Rhein, und der Herzog von Rocke fort über ein fliegendes Lager an der Sambre und Maas- ^
für die Niederlande bestimmte Armee wollte der König selbst anführen, und die Marschälle r^ . ... - - . .
1676
Gckomberg, Lrequi, ves Hümiercs, ve la Feuillqve und Lorges als Gcncrallicutew
bey sich haben. Lockert, der die Besorgung des Seewesens hatte, ließ auch in den Häfen der>Krieg M See. vence eine Flotte ausrüsten, die der holländischen unter Rudrer im mittelländischen Meere fast lw,f,war. Du Puesne, ihr Oberbefehlshaber , war ein eben so außerordentlicher Mann als sc-hatte sich auch blos durch seine Verdienste empor geschwungen, war jedoch nicht von so geringer
v) p- 216 lg. rrg- pgA.
448. Lst itt-nr 1. 7. b- i p zislg. Dcrgl.
1. p. 110 lff. Atartrurere -l. 4- p. Z4 sy.
4. y. 4;; -4?9- Schlegel Th- 9 - S- 47 - «- f.
p) Hierbei) und in der Folge, wenn von dem nie-magischen Friedensgeschäftt die Rede ist, sind die uns
kauft-
fehlenden, aber von andern benutzte» Acres ^ (z
rnoires ses I-lLMtikrtions cie ls krux clc dUme?Awstercl. 1678. 4 Voll. in ir.) nachzusehen, N" ,17die Vlemoires äe Lllev-Iicr 'lieinplc. Vcrgt--r. 4. p. z 16 syy. -r. 4. p. ,8 lg-l- Ak"
1 . 4 . x.444hy.-r.r.k.iiM-