zo. Buch. Ludwig der Vierzehnte. 597
»ach heftigem Zwist, 'an diesem Tage nichts zu unternehmen. Montecuculi hatte zwar durch Ueber/ 1675»'uftr Türenncns Tod erfahren, wagte aber auch nichts, weil er gewiß hoffte, die Franzosen wür-den nun über den Rhein zurückgehen, und ihm bald zu einem vortheilhaftern Angriff Gelegenheit ge-den. M,,n ließ es bey einer heftigen Kanonade auf beyden Seiten bewenden. Nach einigem Streit"ber die Anführung der Armee, verglichen sich beyde französische Generale, dieselbe wcchselweis zuErsehen; und nun machten sie Anstalten, auf einer Brücke bey Aitenhcim über den Rhein zurückzu-gehen. rNontccuculi folgte ihnen, und es kam bey diesem Ort zu einem Gefecht, wobey Vaubrün Am i. Aus-hieb. Dies hätte dem französischen Nachzug grossen Nachtheil bringen können, wenn sich nicht dasFußvolk, das durch Vaubrüns Versehen ohne Befehlshaber war, selbst in Ordnung gestellt hätte.
^ies gab den Generalen Zeit, ihre erste Linie, die schon übergesetzt hatte, herüberkommen z» lassensich den Teutschen so zu widersetzen, daß der Verlust auf beyden Seiten fast gleich war. Balddarauf giengen die Franzosen in der Nacht über den Rhein, und Momccuculi that bey Straßburg Am z. Aug-dben dies. Er belagerte Hagenau, wurde aber von dem aus den Niederlanden herbeyeilenden Lonve',der nun den Oberbefehl der Armee übernahm, zum Abzug genöthigt. Eben dieses Schicksal hatte°sr Markgraf von Baven bey der Belagerung von Zaber». Dies war auch für den Prinzen von Der Pein; v-Eonde' der letzte Feldzug, weil ihn das Podagra zwang, sich zur Ruhe zu begeben. Er nahm seinen??" e 'eg»Aufenthalt zu Lhantilli, und kam selten an den Hof, weil sich der König, der künftig weder Prinzen," ^'
"vch junge Leute zu Generalen haben wollte, dessen Sohne, dem Herzog von Anginen, eine oberste"befehlshaberstclle zn geben geweigert hatte l).
Auch an der Mosel wurde Krieg geführt. Georg Wilhelm und Ernst August, Herzoge Krieg an dervon Braun sckwcig-Luireburg, hatten ihr Bündniß mit dem Kaiser, Spanien und Holland er-Mvsel-Neuret, und nach der Bereinigung ihrer Truppen mit den lothringischen und andern die Belagerung 'der Stadt Trier unternommen. Der Marfchall von Ecegrü wollte Verstärkung hineinwerfen, ward Verlust deraber darüber bey der Kunzer Brücke (H völlig geschlagen. An diesem Unglück war, ausser der Ge- 8ta»;sse» bcormgschatzung seiner Feinde, noch ein besonderer Zufall Schuld. Lregui hatte mit dem Befehlshaber Aü§e mn 11'in Trier verabredet, daß er, wenn die Feinde ansiengen über die Saar zu gehen, mit dem größten Aug.
Theil seiner Besatzung ausfallen und sie von hinten angreifen sollte. Als sich aber der Befehlshaberzm Ausführung dieses Vorhabens aus der Stadt begab, stürzte er mit seinem Pferd in den Graben,daß er auf der Stelle todt blieb. Well er nun sein Unternehmen geheimgehalten harte, so zogen die-Lnippen in die Stadt zurück, und Lregui, der sich auf diese Hülfe Rechnung gemacht, sahe sich ver-fassen. Dennoch warf^er sich noch, zween Tage nach dem Verlust des Treffens, mit noch drey Per->vncn in die belagerte Stadt, und vertheidigte sie fast noch einen ganzen Monat lang, würde sich auch Die Teutschen"vch länger gehalten haben, wenn nicht ein Hauptmann, mit Namen Boissourvain, die Besatzung erobern TrierAufgewiegelt hatte, daß sie wider Wissen und Willen des Marschalls eine Kapitulation schloß. Die6- Text-Aufrührer drohten ihm mit dem Tode, wenn er sie nicht unterzeichnen würde: er aber flöhe mit eini-gen treuen Officieren in eine Kirche, und wollte sich daselbst lieber gefangen nehmen lassen, als dies^pitulation unterschreiben. Baisse»urvain, der ohnehin ein Bösewicht war, wurde hernach ent-richtet, und die übrigen Sfficiere, die an feinem Verbrechen Theil genommen, sehr hart gestraft. Der Herz. KarlMb nach Uebergabe der Stadt Trier starb der 75jährige Herzog von Lothringen, und hinterließ 4:».Lothringenf'»e Truppen und die Hoffnung, seine Staaten wieder zu erlangen, feinem Neffen, Rarl vem Fünf-"", der sich durch noch grössere Heldenthaten in der Folge unsterblichen Ruhm erworben m).
: . An den Gränzen von Rousslllon und Katalonien eroberte der Marfchall von Schombcrg j„ Roiff-
u diesem Jahr fünfzehn bis zwanzig geringere Qerter, die Stadt Bellegarde und die Landschaft sillon «- Kaka-du , harre aber freylich weiter keine Feinde vor sich, als die herumstreifenden Miquelets n). lomem
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2. p. -79' -9r- I-- 5- p->8- 557 lsig
bör"!'", T>). n- S. 667 11.ff. (Vorzüglich ge
9'erher und zu den folgenden Begebenheitenyg, Ne Icl. ste 5r. 8"*' (ktilsire) conrengiis oPasse äe plus coolillerable en krance, clsys ^ is yeees Uu e-irslugl so dts-eriu jutqu'z ls morder XIV. a Imkers. 1766. 4 Voll. 12. die abei»lan'Ms.diescr Geschichte nicht zu seinem Gebraust'M» kann). Vergl- ^-r-mr-re 1-4- i?
Ffff 3 Auch
/rediuste-1.4.9.406-424. Griffet Th. rz. S- 108-114. Schlegel Th-9-S-461-469.
C) Die Franzosen verstellen das Wort, wie gewöhn-lich, lind sagen Lcmlerbrick.in) ^ /a pgA. 162 "ck
p. 448-455- T!)- n S 68Z
u.ff. Vergl. 1.4. p. 26 - zI. r.
k>. Z-I lgq. Schlegct Th. 9 - S. 470. u. ff.
II) L--VE k- 44«. Vergl-
1. 4.x.;i lgg.