Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
602
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602 ZQ. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

,677 verlangte die Rückgabe alles dessen, was in diesem Krieg erobert war, und die Ersetzung des erlitte-nen Schadens; die Spanier auch alle vcrlohrne Städte, nebst der Vergütung des seit 166; vcFrankreich erlittenen Schadens; Holland von Frankreich die Rückgabe der Stadt MaastrichtGenugthuung sür den Prinzen von Gramen, besonders wegen des Fürstenthums Oralsten, kaFrankreich eingezogen und die Einkünfte davon dem Grafen von Auvergne geschenkt hatte,gen die Stande dessen Marquisat Bergen op Zoom gleichfalls für vcrwürkt erklärt hatten. Sie Waa-ren ferner einen guten Handelsvertrag geschlossen wissen, und den grossen im Krieg erlittenenden dem Frieden aufopfern, wenn nur ihre Bundsgenossen Genugthuung erhielten. Die Schweb"verlangten ausser der Vergütung des erlittenen Schadens alles zurück, was sie im Kriege verloh""hatten; und die Dänen mit ihren Vundsgcnossen wollten alles Eroberte behalten t). .

Fortsetzung des Aus dieser grossen Verschiedenheit der Forderungen konnte man leicht schlichen, wie D-

Kriegs. weit der allgemeine Friede noch entfernt wäre, und wie sehr sich manche Mächte auf die HoffnEdes bevorstehenden Fcldzugs verliessen. Ludwig der Vierzehnte sahe selbst ein, daß er seinede nicht anders, als durch das Kriegsglück, zwingen könne. Weil aber dies insgemein von der ^schwindigkeit der Unternehmungen abzuhängen pflegt; so eroberte er die drey stärksten Plätze in dNNiederlanden, und seine Truppen erhielten einen Sieg über die Feinde, noch vor der gewöhnlich^Eröffnung der Feldzüge. Denn er reiste schon am letzten Februar von St. Germain ab, und lickIm März- zu Anfang des MärzmonatS Kambray und Valenciennes bekennen. Die Laufgräben vor dieser lck'ten wohlbefestigten Stadt wurden ain yteii März eröffnet, und am 17km war sie schon erobernnicht ohne Verdacht einer Vcrrätherey, wenigstens sind die Umstände, welche die Franzosen von ^Einnahme dieser Stadt erzählen, so wunderbar, daß sie ohne Voraussetzung einer Verrathereyohne die allerunverzcihlichste Nachläßigkeit der Belagerten unglaublich wären. Letztere könnte des-wegen Statt gefunden habcir, weil die Bewohner der Stadt, die jederzeit einen vorzüglichen H"-gegen die Franzosen geäufferl hatten, die Belagerer gering schätzten, sogar daß sie auf den Watlckschmaustcn und tanzten. Die starke Besatzung wurde gefangen genommen, und die Stadt muste d>^Plünderung mit einigen Millionen Livres abkaufen, auch sich anheischig machen, eine Citadelle ?bauen, und die Besatzung nebst den Festungswerken zu unterhalten. Gleich nach dieser Erobern^begab sich der König in das Lager vor Kambray, welche Festung gleichfalls nach einer Belagert»^Am April- von neun Tagen übergieng. Die Besatzung hatte sich in die Citadelle gezogen, Uttd ergab sich

zwölf Tagen. Diese Eroberung stellte die Gränzen der Picardie sicher, indem die spanische Bä-hung in Kambray immer Streifereyen in diese Provinz unternommen hatte.

Inzwischen hatte der Herzog von Grleang St. Omer belagert. Der Prinz vonnien, der auf die erste Nachricht von den Bewegungen der Franzosen die Armee des Staats ^sammlet hatte, beschloß, zum Entsatz dieser Stadt ein Treffen zu wagen. Der Herzog von ^leans ließ einige Truppen in den Laufgräben, und gicng mit dem übrigen Theil der Armee dc"'Prinzen entgegen. Unterwegs vereinigte sich der Herzog von Luxemburg nebst einer guten A>'-Lm n. April- zahl Truppen von des Königs Armee mir ihm. Bey Montcasscl kam es zum Treffen, undfocht eine Zeitlang von beyden Seiten sehr tapfer: aber hernach Miethen einige holländischemcnter zu Fuß in Unordnung, und fiengcn an zu weichen; und obgleich der Prinz von Gra>" ,die Ordnung einigemal wieder herstellte, fo muste er doch zuletzt der weichenden Menge nachgebe^und den Franzosen das Schlachtfeld überlassen. Ais er aber zu dem feststehenden NachzugHeers gekommen war, zog er ihn auf eine so geschickte Art zurück, daß er bey Krkegsverständigs"An, so. April- den grösten Ruhm erwarb. Die Uebergabe der Stadt St. Omer an die Franzosen war diedieses Treffens.

Nach Eroberung dieser drey Städte, wovon iede eine Armee einige Monate hätte bEtigen können, bezogen die Franzofen die Erfrischungsquartiere; dem Marfchall von Lrequieine Verstärkung gegen die kaiserliche und Neichsarmee zugeschickt; und der König gieng nach ^'Germain zurück, lind überließ dem Herzog von Luxemburg die Sorge, gegen den Feind sich ^ stheidigungsweise zu verhalten. Dieser Gelegenheit bediente sich der Prinz von Gramen, und bramit seiner durch münsterische, braunschweigisthe und neuburgische Truppen verstärkten Armee g^das Ende des Zulius auf, um Charleroi zu belagern: allein, der Herzog von Luxemburg, der

A.

t) - 5 c. I. c. xax. 5-41. 1. 4. x>. 72-89- 1.5. p- ;4' 5 §- Schlegel Tb-

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