ZO. Buch. Ludwig der Vierzehnte. 6oz
"achgefolget war, schnitt ihm die Zufuhr ab, und nahm dabey eine so vortheilhafte Stellung, daß 167,
°er Prinz es nicht wagen durfte, ihn anzugreifen, sondern die Belagerung dieser Stadt zum zwey- Am 14. tt»gteinnal aufzuheben gcnöthigct ward. Ausserdem fiel nichts Wichtiges in den spanischen Niederlandenvor, als daß Hümieres St. Guilain wegnahm, welcher Platz Valenciennes und Kambräy beunru-higen konnte, und dessen Besitz zur Einschließung der Stadt Mons nützlich war. Der Feldzug en-v'gte sich also für Frankreich sehr rühmlich. Die Eroberung der grossen nnd festen Städte Valen-v'ennes, Kambray und St.0mer hatte die spanischen Niederlande aller ihrer Gränzfestungen auf der^ndsme beraubt, bis auf Namur und Mons in Hennegau, die im künftigen Feldzug leicht zu er-lern waren. Auf der Seeseite wurden sie allein durch Nieuport und Ostende bedeckt. Der übrigeTheil der spanischen Niederlande bestand aus grossen mitten im Lande liegenden Städten, die beym"sten Anblick der Franzosen die Thore öffnen musten. Aber Spanien schien durch diese Gefahr wenig^rührt zu seyn, weil es gewiß glaubte, die beyden Seemächte würden nicht zugeben, daß Frankreichlük niederländische Provinzen erobere u).
In Teutschland hatten die französischen Waffen kein so blendendes Glück: allein, sie zer-Mrten doch die grossen Hoffnungen ihrer Feinde. Der junge Herzog von Lothringen hoffte an derSpitze von 40000 Mann seine Staaten erobern und vielleicht gar in Frankreich eindringen zu kön-nen, und er glaubte sicher, Trier und Luxemburg würden ihm einen Weg über die Saar und Maasvstnen, da inzwischen der Herzog Johann Georg von Sachsen-Eisenach über Philippsburg inMaß und von da in die Grafschaft Burgund eindringen könnte. Gegen den letzten vertheidigte derBaron von Monkclar Elfaß, und der Marschall von Lrcqui, den der Verlust ohnweit Trier vor-sichtig gemacht hatte, wurde mit einer weit schwächer» Armee dem Herzog von Lorhringcn entgegengestellt. Dieser Prinz gieng über die Saar, und rückte bis Metz vor, konnte aber wegen der Wach-samkeit des Marfchalls von Lrequi, der ihm immer zur Seite war und die Zufuhr abschnitt, nichtsausrichten. Herzog Rarl wurde hernach ersucht, sich mit den, Prinzen von Oranien zu vereinigen,und Lharleroi erobern zu helfen: allein, Lree,m besetzte die Passe, daß er nicht über die Maaskonnte, verursachte ihm Mangel an Lebensmittelu, und nöthigte ihn, nach Elsaß zurückzukehren,wo ihm aber Lrequi wiederum zuvorkam.
Der Herzog von Eisenack kam in eine sehr verdrießliche Stellung. Er hatte sich denRhein hcrabwärts gezogen, um den Herzog von Löchrigen-zu erwarten, und sich mit ihm in derGegend von Straßburg zu vereinigen. Allein, Crequi gieng mit einem Theil seiner Armee über denRhein, und marshirte so schnell, daß der Herzog genöthigt wurde, unter die Stücke von Kehl, undals er auch da noch nicht sicher genug war, auf eine Rheinmscl, Straßburg gegen über, zu fliehen;siud nur die Annäherung des Herzogs von Lothringen bewahrte ihn vor der Kriegsgefangenschaft.
Den Beschluß dieses Fecdzugs in jenen Gegenden machten die Franzosen mit Eroöeruung der Stadt Im Nvv.«veyburg und der dazu gehörigen Schlösser x).
. Auch bey den Pyrenäen war Frankreich gegen die Spanier glücklich. Der Marschall von
Availles versammlete zu Anfang des Aprils in Guyemie und m den benachbarten Gegenden 15000Wann, überfiel und eroberte die Stadt Figuieres, that den Wtreifereyen der Miquelets Einhalt,
^suchte vergebens Rezes zu erobern, zog sich bey Annäherung der Spanier unter dem Grafen von^oncerey sehr geschickt zurück, und als sie ihm zu nahe kamen, schlug er sie nach einem blutigen^fechte wieder zurück. Nach der Erzählung des Herzogs von Nav.Meu bekamen die Spanier 45000 Todte und Verwundete, die Franzosen aber nur i ooo. Diese setzten alsdann ihren Marschbster nach Roussiilon ruhig fort y).
Da bey diesen kriegerischen Vorfallen die niemägischen Friedensunterhandlungen keinen Fort- Gramm b s°0 3 hatten, so wendete dcr spanische Gesandte in England alles an, um einige Parlamentglieder gc-müht sich,N' Frankreich aufzuhetzen. Dies, nebst den Bemühungen, die der Prinz von Gramen schon vom sv^ritmim-Asiang dieses Zahrs angewendet hatte, den König von Großbritannien zur Erhaltung der spanischen"verlande zu bewegen, hatte so viel Kraft, daß das Unterhaus im April den König ersuchte, ein zubewegen.
Gggg r Ver-
, U) /a kanc k> *7? chg- xgx. 2Zl x) 7°. Z- P- 259 chg. p. 2;S. 4/-,«or>er
3g- -Krciico»,--'1°. 2. p. 4; - 5Z- 7°. z. z>. 246- <ie p.454 lhg. 77-ea,»-. Th-H-S.
,58. 7-/.-ca„.L»,op.TH- II- G- m; u. ff-Vergl. 7.«»-- 102; u. ff. Dergl. 7.4. p. 105 sgg.
^ D 4. p. Z67.275. tz85 ist. ;9I. 4. 7.5.p.85 - 96. Schlegel Th. 9- S- 49; u. ff.
^ So- IOZ. Gi-isi^-r Th. 15.G. 12g uff. 7. ») p. ;io- ;i8.Vergl.472»-.
Schlegel Th. 9. S-4§I-495- I»ne,» 7. 4. x. III ihg. 7iebö«/ek 7. 5. g. §6-104.