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zo. Buch. Ludwig der Vierzehnte.
168 r seyn, ihn zu Hülfe zu rufen und seinen Dauphin zum römischen König zu machen. Auch ist bekannt,
daß es lange niemand wagen wollte, dem König die Nachricht von dem Entsatz der Stadt Wien zü
hinterbringen, und Ach er hierauf so in Zorn gerieth, daß er sich drey Tage einschloß und eine Krank»heit vorschützte.
Alaier 'wird Inzwischen schickte Ludwig seine Flotte, gegen die Algierer aus, welche Frankreichs K»»
von den Frau-sten beunruhigten und dessen Handlung stöhrten. Die Stadt Agier wurde beschossen: dies war aberzosen zweymahl auch alles, was man ausrichten konnte. Aber im folgenden Zahr kam dü Eluesne wieder, u»bbomdardirt. tzombardiete die Stadt so heftig, daß der Dey um Frieden bitten muste, den er unter der Bedingung
erhielt, daß er alle französische Sklaven auslieferte, und versprach, die Schiffahrt der Unterthanen
des Königs nicht mehr zu scöhren, und gegen dessen Macht und Person die schuldige Ehrerbietungzu hegen k).
itlzz Das folgende Jahr war an grossen Begebenheiten fruchtbar. Der König hatte zwo be»
nächtliche Armeen in Burgund und in Lothringen, und war auf alles, was in Teutschland vorg'ELudwigs 14.aufmerksam. Er besichtigte die Lager der beyden Heere in Begleitung seiner Hofdamen. Aber »a^Gemahlin her Rückkehr starb die Königin Marie Theresie, seine Gemahlin, im 4;sten Zahr ihres Altt^stirbt am zo. sie die unaufhörlichen Galanterien des Königs mit vieler Geduld ertragen hatte, ohne ^
^ ' durch sein Herz zu gewinnen. Ihr Tod hatte übrigens in die Staatsgeschäfte eben so wenig Einsts
Colbert stirbt als ihr Leben. Aber nicht lange nach ihr starb ein Mann, der in der Geschichte eben so lange, ^am 6. Sept. K.uvwig ver Vierzehnte, wird genannt werden, und dessen grossen Gaben dieser König einen be»trächtlichen Theil seines Ruhms schuldig ist. Dies war Johann Baptist Colbert, Staatsmittel^und Sekretär des Königs, Generalcontroleur der Finanzen, und Oberaufseher der königlichenbände, Künste und Manufakturen. Er starb in seinem äussren Jahr. Diesem grossen Manne, ^zur Kaufmannschaft bestimmt war, und Schreiberdienste versehen hatte, ist Frankreich die Ausbr^tung seines Handels, die Vermehrung seiner Macht, die Vergrößerung seiner Seemacht, LuVwBden Glanz seiner Regierung, die Stadt Paris ihre vortreflichen Policeyanstalten, und die Kü»^und Wissenschaften denjenigen Flor schuldig, der das Jahrhundert Ludwigs des VierzehntenJahrhundert des römischen Augustus ähnlich gemacht hat. Der Schutz, den er den Künsten »»"Wissenschaften schenkte, war vielleicht bey ihm keine Würknng des Geschmacks und seiner gutensichten in den Werth derselben; denn er liebte Gelehrte und Künstler nicht aus Neigung, sonder» ttschätzte sie als ein kluger Staatsmann, der einsehen gelernt hatte, daß das Wachsthum der Kü»^auch das Wachsthum der innerlichen Macht eines Staats befördere. Er äusserte zugleich etwas Hat»tes und Wildes in seinem Betragen, und das Volk gab ihm die Menge der Auflagen, worüber ^seufzte, hauptsächlich Schuld. Daher war es auch so gegen ihn aufgebracht, daß es sein Leichtbegängniß stöhren wollte, und daß der König genöthigt war, demselben eine Wache zur Begleit»^zu geben. Beynahe wär' auch Lolbcrts Familie durch dessen Nebenbuhler, den Kriegsminisl^Louvois, unglücklich geworden: allein, sie fand Unterstützung an der Madame von Mainre»^'die, der Madame von Monrespan zum Nachtheil, anfieng, die Gunst des Königs zu erlangen,die ihm vorstellte, daß es sein Vortheil erfordere, diejenigen, die von dieser Familie im Staats^wären, zu erhalten, damit der Uebermuth des Marquis von Louvois ein Gegengewicht hätte: ^verschaffte dieser einem seiner Verwandten, dem bisherigen Staatsrath, Rlauvius le PelletsEolbcrrs Stelle bey den Finanzen. Allein, dieser rechtschaffne Mann, der den stolzen undrischen Charakter des Marquis von Louvois eine Zeitlang erduldet hatte, verließ diese Stellewieder, als er bey dem folgenden Krieg wohl einsähe, daß er, um die königliche Schatzkammer ^füllen, allerhand harte Mittel ergreifen müsse, die seine Menschenliebe verabscheute. Doch behielt e»noch eine Zeitlang die Stelle eines Ministers bey, die er aber endlich auch niederlegte l). „
An ir. Sept. Der sechs Tage nach Lolberts Tod geschehene Entsatz der Stadt Wien, die von dt
der Türken ein Vierteljahr lang war belagert worden, veränderte die Lage der europäischen AngelegenesStadt Wien inten nicht wenig. Der französische Hof sah alle feine grossen Anschläge, aus dem Fortgang der tM 'Rücksicht aufschen Waffen und aus Teutschlands Unglück Vortheil zu ziehen, vernichtet. Das Haus Oest^Frankreich. sitna
k) -le'Oolösrt y.syolgq. Kr'e»co»i't 1°. 2. ygA. 92 l) lgg.L-rK'p-264. ,
kgq. Larre- 1°.y. 8; - yr. Ivl lgg- ALontxcnFer k.7.p.Zq.lg. 89 lq. 1.;. x-1
püg. 250 sgg. Kel-o»/e» 5. pag. 248 - 256, L71 lüg. i,g. S/ErHe 1'. 4. p, 259 lgg. 5 ' "
Schlegel TH.9-S-554 ».ff. 274 lgq. Schlegel Tb- y. S.557 u- ff.