zv. Buch. Ludwig der Vierzehnte. 625
""ch-sie von Frankreich zu fürchteit hätten, wenn sie sich nicht gegen einen König, der der ganzen^clt Gesetze geben wollte, vereinigten. Die Gelegenheit dazu war diese. Seitdem sich die Rcpur«lik Genua von der französischen Herrschaft los gemacht hatte, war sie immer sehr genau mit Spa-nen verbunden, welche Krone, wenn sie Geld brauchte, ihre Zuflucht zu den Genuesern nahm, und^'tse dafür an den amerikanischen Silbcrflottcn vorzüglich starken Antheil nehmen lieh. Vermöge°'chr Verbindung, die der Vortheil des Staats nothwendig machte, hatten die Genueser m demdamaligen Kriege vier Galeeren zu Spaniens Dienst ausgerüstet. Dazu kam, daß sie sich gewei-ft hatten, den Franzosen die Durchfuhr ihres Salzes durch Savona nach dem Mantuanilchen undie Anlegung eines Salzmagazins in dem nemlichen Art zu verstatten; und daß der Heir von St»xj„ unruhiger Kopf, der seit einigen Zähren französischer Bothschafter in Genua war,'"°gen gewisser zwischen seinen Hausbedienten und einigen Genuesern vorgefallenen StreitigkeitenGenugthuung forderte, und als er diese nicht erhielt, wie er wünschte, eine Sache des Königs aus"r Sache seiner Hausbcdicntcn machte. Ludwig ließ eine Flotte ausrüsten, die unter Anführungves alten dü Qucsnc vor Genua crschikn, und den Marquis von Gegnelai, einen Sohn Lolbcrts,er Minister des Seewesens war, einen jungen feurigen Herrn, mit sich führte, der zugleich den?e!den lind Minister machen-wollte, und mit diesem Amte seines Vaters auch dessen nnbiegsame?artc geerbt hatte. Als ihn der genuesische Rath bewillkommen ließ, erklärte er den AbgeschicktenMr Ursachen des Unwillens seines Königs, und verlangte von ihnen, daß man die vier für Spanienausgerüsteten Galeeren sogleich entwaffnen, eine davon den Franzosen ausliefern, und vier ihrer vor-^khmstcn -Rathcherrcn an den König schicken sollte, um wegen des Vorgegangenen um Verzeihung)>> bitten, und ihn ihrer völligen Unterwerfung unter seine Befehle in allem zu versichern, was erkünftig von ihnen z» seinem Dienst und seiner Genugthuung verlangen würde. Dabey drohte er,daß sie keine so gelinde Bedingungen mehr zu hoffen halten, wenn sie die ihnen gegebene kurze Be-denkzeit verstreichen und es bis zu Feindseligkeiten kommen lassen würden, denn alsdann würde derspanische Schutz, auf den sie sich verliessen, sie gegen die schrecklichen Würkungcn des Zorns einesso grossen Königs nicht bewahren können.
Eine solche Sprache hakten bisher nur unumschränkte Fürsten gegen aufrührerische Unter-thanen, nicht aber auswärtige Könige gegen fremde und freye Staaten geführt. Die Genueserglaubten deswegen nicht verbünden zu .sey», sich so harten Bedingungen zu unterwerfen, obgleich viel-eicht die Behutsamkeit, welche minder mächtige Staaten gegen mächtigere zu beobachten haben,Mehr Nachgeben erfordert hatte. Zudem der Senat verhimmlet war, machten die Franzosen ihremstaltcn, und die Bombardirgaliotten näherten sich der Stadt. Die Genueser machten Gegenan.stalten, um diese Annäherung zu hindern; und da die Franzosen auf das gewöhnliche Zeichen sich^'cht wieder entfernten, sondern der Stadt immer näher kamen; so schössen sie anfangs ohne Kugeln°uf die Galiotten, und als sie sich nicht abschrecken liessen, endlich mit einer vollen Ladung. Sobald dies geschehen war, fiengen die französischen Bomben an, so entsetzlich in die Stadt zu spielen,einige hundert Häuser und darunter selbst der Pallast des Doge, die Schatzkammer, das Arsenal"»d das allgemeine Waarenmagazin entweder verbrannt oder umgestürzt wurden. Seignelar liest"ach dieser ersten Bombardirung den Doge fragen, ob er nun eine günstige Antwort zu geben hätte?
verlangte von dem Abgeordneten des Doge, daß ausser den schon verlangten Bedingungen derD°ge'selbst mit vier Rathsherren in Person nach Versailles kommen sollte, um im Namen der Ne-p"blst Verzeihung zu erbitten, und die Vermeidung alles dessen, was Frankreich beleidigen könnte,buf die Zukunft zu versprechen. Er forderte überdies 200,000 Thaler zur Schadloshaltung wegenAusrüstung der Flotte, und zur Ersetzung des Schadens, den der Herr von St. Olon erlitten,bessc» Haus das aufgebrachte Volk während der Bombardirung geplündert hatte.
., Als der genuesische Abgeordnete in die Stadt zurückkam, fand er d'rcytausend Spanier,
der Statthalter in Mayland zu Hülfe geschickt hatte. Der Muth des Senats war dadurch sogestärkt worden, daß er dem Marquis von Seignelai antworten ließ, die Republik sey nicht??u°hut, unter Bombemvcrfcn Vorschläge anzunehmen, und sie verlasse sich auf die Gerechtigkeityrer Sache und auf die Unerschrockenheit ihrer Bürger, welche lieber mitten unter den Flammen-""kommen, als in einen so schimpflichen Vertrag willigen wollten. Zins diese stolze Antwort wurdeWieder bombardirt; zugleich landeten einige tausend Franzosen, plünderten die Vorstadt Sän Pietro^wcna, und zündeten sie an. Als aber vü Gmsne sah, daß sich der Wind änderte, ließ er dieAllg.w.H.Z 9 .TH. Kkkk Tlup-
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