Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
631
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ZO. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

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§ktt. Wenn diese Unglückliche bezeugten, daß sie bereit waren, dem König Gut und Leben anszii-opfern, das; sie aber nut ihrem Gewissen, das Gott angehöre, nicht so verfahren könnten; .so rück-Ee» die Dragoner, an deren Spitze, ausser ihren Befehlshabern, die Intendanten, Bischöfe, Missio->>arien, Mönche und andre Geistliche waren, Hera», besetzten'alle Zugänge, und drangen oft mit°eni Degen in der Zaust in die Plätze ein, und schrien: Sterbet, sterbet, oder werdet katho«"stb! Diese unmenschliche Legionen wurden nur bei- Protestanten einquartiert, wo sie zügellos leb/und ihre Wirthe hinderten, aus dem Haufe zu gehen, oder etwas von ihrem Vermögen in Sirchcrheit zu bringen. Zuerst verschleuderten sie alle Lcbensw.ittel, die sie bey ihren Wirthen antrafen;Alsdann raubten sie alles, was sie an Geld, Kostbarkeiten und Kleinodien befasse»; endlich vergrif-fn sie sich an ihren Personen, und übten an ihnen alle Arten der Grausamkeit aus. Denn die K!n-°er wurden den Müttern aus den Annen gerissen, die geistlichen Büchcr durch des Henkers Hand"t das Fener geworfen, den Weibern, die französische Psalmen saugen, die Haare abgeschnitten;Priester, die ihre Heecde nicht verlassen wollten, wurden zum Rade verurtheilt; Greife wurden°Urch Soldaten zmn Altar geschleppt, die sie unter beständigen Lästerungen zwingen wollten, das«bendmahl nach katholischer Weise zu empfangen; die Zurückgefallenen wurden in die abscheulichstenGefängnisse gelegt, d:e b.cubckchrtm mir Kundschaftern umgeben, die alle ihre Seufzer zählten,und die Vater wurden au, das Angeben ihrer Kinder verurtheilt. Die Sterbenden verfolgte undbeunruhigte man imt Be.chrungsumreln bis zum letzten Augenblick ihres Lebens. Die Leichname derWiderspenstigen wurden wirrer ausgegraben, mit Füssen getreten, und auf den Schindanger gewor-fen. Die Weiber wurden vor den Augen der Männer, und die Töchter in den Arme,, der Müt-ter geschändet. Doch waren diese Verfolgungen noch dadurch von den heydnischen unterschieden daßdie Soldaten niemand körten dursten, obgleich viele Personen so grausam zugerichtet wurden ' daßsie an den Martern starben. Diese honen Schicksale betrafen nicht blos den gemeinen Mamu son-dern auch den Adel. Leine Güter wurden verwüstet, seine Häuser geplündert, seine Schlösser nie-dergerissen, seine Kinder entfuhrt, und der wilde Dragoner schonte weder Geschlecht nock Alternoch Stand. Als sich einige Edelleute nach Paris geflüchtet hatten, so wurde ihnen durch einenParlamenteschluß befohlen, wieder nach Haust zu gehen. Wenn die Dragoner durch ihre Ungerech-tigkeiten einige Reformirte demAeussern nach katholisch gemacht hatten, so veränderten sie jhreQuar-bcre, und begaben sich in die Häuser derer, die i,och standhaft blieben, so daß diese am Ende alleSoldaten bekamen, die bisher unter alle Resormirce des -örcs vertheilt gewesen. Aenderte einHausherr seinen Glauben, so wurde er doch »och nicht frey, wenn nicht sein ganzes Haus eben diesthat; und wenn einer von seinen Hausgenossen entwich, so hörte man noch nicht auf, jh„ z„ quä-ten, bis er ihn wieder herbeygeschafft hatte. Wenn diese Unglückliche hofften, ihr Gewissen sicherZustellen, und sich dadurch von ihren Peinigern zu befteyen, wenn sie eine zweydeutigc Abschwö-tlingsfocmcl unterschrieben, die man ihnen, um sie ins SAH zu ziehen, vorgelegt hatte; so muffeneinige Tage hernach eine andre unterschreiben, die weit harter war, und wodurch sie fälschlich br-annten , daß sie die katholische Religion willig angenommen hätten, und daß sie weder durch Vor-stellungen noch durch Gewalt dazu wären gezwungen worden; und wenn sie nach diesem Schwierig-^sten machten, die Eärimonien des katholischen Gottesdienstes mir z» machen, so wurden sie emrst'edee mit Geldstrafen oder mit neuen Einquartierungen belegt.

, Das allcrhärteste bey diesem unmenschlichen Verfahren war dies, daß man in alle Häfen

, "d Gränzstädte strenge Befehle geschickt halte , alle Personen, die Frankreich verlassen wollten an-°'halten, und, wenn sie keine Zeugnisse von ihren Bischöfen oder Pfgrherren hatten, daß sie ka-^lisch mären, in die Gefängnisse zu werfen, und als Staatsverbrecher anzusehen. Die Verfol-gs gieng so weit, daß man einige benachbarte Staaten zwingen wollte, keine Flüchtlinge mehr

unbarmherzige

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stci! die Bekehrten nicht übcrzeuat, sondern nur geschreckt wurden. Inzwischen bediente man sich

ihrer