ZO. Buch. Ludwig der Vierzehnte.
6ZZ
i6zz
Wohlthäte«, wenn sie ihnen auch keine Wohnplätze verstatteten. Vergebens umfehte Louvois dieganzen und die Küsten gegen diejenigen, welche die Flucht für Pflicht hielten. Sie fanden doch<luswege, wüsten sich auch durch viel Geld Pässe zu erwerben, und die Küstenbewahrer zu bestechen.
Frankreich verkehr in drei, Zähren 50000 der fleißigsten und geschicktesten Familien, denen nachher'.ey forkdaurenden Verfolgungen noch mehrere folgten. Diese brachten den Fremden, von denen sie"ebreich aufgenommen wurden, ihre Künste, ihre Manufakturen, ihre Handlungswisscnschast, ih-^ Reichthümer mit. Fast das ganze nördliche Teutschland bekam durch diese Flüchtlinge eine andregestalt, und besonders gieng in den brandenburgischen Staaten durch die roooo französische Flücht-'">ge, die sich daselbst niederliessen, eine Veränderung vor, die gewiß zu ihrem nachfolgenden FlorUr viel beygetragen hat. Bald nach den Verfolgungen der Reformirten in Frankreich sahe man inDeutschland französische Zeuge, Galonen, Hüte und Strümpfe verfertigen, die man bisher alle vonFrankreich gekauft hatte. Eine ganze Vorstadt von London wurde mit französischen Seidenarbeiternbevölkert, und andre brachten die Kunst dahin, den Krystallen die Vollkommenheit zu geben, die*""n darüber in Frankreich verlohr. Holland bekam dadurch gute Befehlshaber, Artilleristen, In-Avicurs nud Soldaten. Der Prinz von Gramen und der Herzog von Savoyen richteten ganzeRegimenter von französischen Flüchtlingen auf. Kurz, Frankreich verlohr durch ein einziges Gesetz,das Aberglaube und Religionshaß gaben, weit mehr, als es bisher durch alle seine Eroberungen ge-wonnen hatte. Und doch konnte der Graf Lust)- in seiner Geschichte Ludwigs ves Grosfön sar3sn, der Widerruf des Edikts von Nantes sey dem Staate sowohl als der Religion rühmlich undNützlich gewesen p).
Indem die bewaffneten Apostel Frankreich verwüsteten, schickte Ludwig eine Flotte um Die Seeräuberter dem Marschall von Etrees ab, um die Korsaren von Tunis und Tripoli zu züchtigen, die sich A' Tnpoli undan der französischen Schiffahrt vergriffen hatte». Tripoli wurde bombardirt, und die Einwohner ^""'E "^rde„baten um Frieden, als sie Anstalten zur Landung sahen. Er ward ihnen unter der Bedingung be- gx-uch-'willigt, daß sie alle französische Christensklaven nebst drey den Marseillern genommenen Schiffen her- tigt.
Ausgeben und 500,000 Livres zur Schadloshalrung wegen Ausrüstung der Flotte bezahlen sollten.
Von Tripoli segelte Ecrües nach Tunis, und nöthigte auch die dortigen Seeräuber, alle auf fcanrzösischen Schiffen gefangene Christen loszugeben, und eine beträchtliche Summe zu erlegen q).
. Das folgende Jahr zeichnet sich durch Bündnisse gegen Frankreich aus, die erst nachher i6g6
,ur völligen Reife kamen und wichtige Folgen hatten. Frankreich fuhr fort, dem übrigen Europa Frankreichsbesetze geben zu wollen, und seine Streitigkeiten mit andern Mächten mehr durch Drohungen, als Derletzuilge»urch Grunde , zu entscheiden. Ludwig forderte von dem spanischen Hof eine Vergütung von Stillstandes"Sv,ooo Stuck von Achten, wegen einer Abgabe, die der König von Spanien auf die französischenMaaren in Zndicn gelegt hatte. Es war auch ein französisches Schis zu Coruna angehalten wor-das der König losgelassen wissen wollte. Als Spanien kerne erwünschte Antwort gab, wurdenacht allein einige niederländrsche Waaren in Frankreich in,Beschlag genommen, sondern man schicktefünfzig Kriegsschiffe unter dem Marschall von Ecrses vor Cadiz, und setzte die Spanier in^Men solchen Schrecken, daß sie sich plötzlich verglichen. Eines von den vor Cadiz liegenden Schiffen^iff ein holländisches an, das zu einer Flotte gehörte, welche die aus Amerika zurückkommenden Sil-bergallionm beschützen sollte; und Frankreich gab deswegen keine Genugthuung. Bey Errichtung"euer Festungswerke am Rhein verletzten die Franzosen vielfältig die Bedingungen des zwanzigjähri-Lcn Stillstandes. Ludwig ließ auch bey Hüningm eine Festung und Brücke über den Rhein auf°em Grund und Boden des Markgrafen von Laven-Durlach erbauen, ohne sich an die dagegen
^ b) p- i;g lg. O« 1°. 7,
.'p. I i/thg. (Lenor'k) Ililtoiie l!e t'Läic lls Xan-conrsnLnr les elloles tesplus rs»rarm>ables, gui le^ "k pzssees enkisuce, avaar er apres la publiearion.
^Iveeaüon cie 1a äiveriite ctes reU-;ior>s, er principa-comravemions, inexecurions, cbicsnes,
^ violsnces er aucres injuliices, chue les Ls-
^ Nver t« plai^ircnr ä'5 avoir soufferres, jusgu'it 1'e-vevoearioir en Ocrobre i 685 - avee ce gut a»ouval xLt. it OelÜ lsYZ. z Voll. in g.Schlck-
B', Prvtcsianren in Frankreich Th--. S. 8z- rzs-RUg.W.-H.Z^.Th.
dagegen
^ , gemach-
m. 5. p. 184-i-o. T. 4.pa§, ZIO-
z;y.Ke/,o«/e» r.5. p.zir-;;i. Schlegel Lh.p. S.588 - 6 IZ. — Mit den mchrsivürdigsten Weiidmigenhat der Abbe' Cavcirac die Aufhcbimg des Edikts vonNantcS vertheidigen wollen, in einer so betiteltenSchrift: ApoloZie cle I.ouii> XIV. er öe Ion Lonleillur la revocanoir t!e 1'llciit cie Kanres. ä?aris 1758- 8.
g) p. 27O. tu. 2. p. 105 ist-
1 . p. 78- lsta. 1 *. 4 . pa^. ; 4 i ih. Vttgl.
Schlegel TH-s-S.Siz u. f.
Lll l