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rSzü gemachten Vorstellungen zu kehren. Auch machte er allerhand Ansprüche an die pfälzische Erbschaft/nachdem der Bruder der Herzogin von Grleans, Rar., letzter Kurfürst von der Pfalz aus derSimmerifthen Linie, im vorigen Zahr ohne Kind gestorben war.
Augsburger Der Kaiser nebst den mit ihm verbundenen Reichsfürsten und der König von Spanien
Bündniß. glaubten also durch den zwanzigjährigen Stillstand nicht genug gesichert zu seyn, und arbeiteten daherschon seit einiger Zeit heimlich an einem nähern Bündniß unter einander. Der Prinz von Grame",der gegen Frankreich einen unversöhnlichen Haß hegte, und der vielleicht damals schon Absichten ausden brittischen Thron hatte, beförderte unter der Hand mit allem Eifer dieses Bündniß. Man h-'^
Am's. Jiil. delte darüber zu Augsburg, wo es endlich zwischen dem Kaiser und Spaüien, wegen des burgund"schen Kraises, und Schweden, wegen seiner Neichslande, und dem Kurfürsten von Bayern und der"bayrischen, fränkischen und oberrheinischen Krais, wie auch dem herzoglichen Hause Sachsen,schloffen wurde. Man verband sich zur Erhaltung des Stillstandes, und verabredete die Zahl d"von jedem Bundsgenoffen zu stellenden Truppen. Der Kurfürst von Brandenburg, gegen den ^französische Hof seit der willigen Aufnahme der vertriebenen Reformirtcn grossen Kaltsinn bezeig"'hatte schon vorher ein Bündniß mit dem Kaiser geschlossen, wodurch er ihm Hülfe gegen die Türke"'und im Nothfall auch gegen Frankreich zur Erhaltung des Stillstands versprochen. Nicht wenig"traten auch der Kurfürst von der Pfalz und der Herzog von Holstein--(öaktorp dem Augsburg"Bündniß im September bey. Frankreich, das sich vergebens bemühte, diesen Bund zu hindern,verstärkte dagegen seine Partey in Teutschland dadurch, daß es dem Fürsten Wilhelm von Fürsten-berg den Kardinalshut bey dem Pabst auswürkte r).
So'N'i-'itatilt 2» Frankreich selbst wurde um diese Zeit zu St. Cyr, einem kleinen Ort nicht weit ve"
M- Syr» " Versailles, eine Kommunität für adliche Damen und Fräulein gestiftet. Es war dies ein Werk d"berühmten Wittwe des eben so witzigen als ungestalteten Scarrons, der Madame von Mainreno"'die damals das Herz des Königs von Frankreich beherrschte. Da sie jeder Zeit Liebe für Kind"und eine besondere Gabe, sie zu erziehen, besaß; so stellte sie dem König vor, daß er durch ErriOrung verschiedener Kompagnien von Edelleuten in den Gränzplatzen dem 'Adel ansehnliche Unterstütztgeleistet hätte: aber das weibliche Geschlecht verdiene noch mehr Aufmerksamkeit, da es viel schwäch"und dem Elend mehr ausgesetzt wäre; ein Theil des Adels wäre in solcher Armuth , daß man täglichFräulein aus den besten Häusern an dem Bettelstab jähe, die in den Provinzen herumirrten, taustGefahren unterworfen, und den schimpflichsten Versuchungen ausgejetzt waren, indem ihre Vät"nichts als das leere Andenken ihrer Dienste, oder das Zeugniß der Heldenthaten ihrer Vorsahtübrig hätten; die Ehre des Königs erfordere, durch Belohnungen und Wohlthaten die Eifersucht tRuhmbegierde zu unterhalten, wodurch der Adel angefeuert würde, sich jederzeit seinen Diensten a"rzuopfern; er sollte als ein Christ alle seine Macht anwenden, Unglücklichen zu helfen und Betrüb"zu trösten; und als Vater des Vaterlandes sollte er den Familien vorzüglich beystehn, deren Bat"ihr Blut für ihn vergossen hätten, deren Kinder unter der Last des Elendes stufzetcn, und nichts tGelegenheit wünschten, auch das ihrige für den König zu vergießen. Als Ludwig sich zu einerchen Anstalt geneigt erklärt hatte, wurde St. Cyr dazu gewählt, wo der berühmte Mansarv "Gebäude von königlicher Pracht aufführte. Man sehte fest, erstlich, daß sechs und dreyßig Srde"^dämm in diese Stiftung aufzunehmen seyen, die ausser den drey gewöhnlichen Klostergelübdennoch versprechen sollten, die Klosterfräulcin zu unterrichten; zweytens, daß vier und zwanzig bekehr"Schwestern (*), das ist, Layenschwestern, sollten aufgenommen werden, die nach dem gewöhnlich^Noviziat die drey ordentlichen Klostergelübde abzulegen hatten; und drittens r;o Fräulein, dieAhnen von väterlicher Seite beweisen könnten; denn da in Frankreich ungleiche Heurathen nichtgewöhirlich sind, so drung der König nicht auf die Ahnen von mütterlicher Seite. Die Frau"'"sollten nicht unter sieben, aber auch nicht über zwölf Zahre alt seyn, wenn sie die Aufnahme verl-Eten. Ihre Ernennung behielt sich der König allein vor, um die Töchter derjenigen vor andern ^bedenken, die in Kriegsdiensten das Ihrige zugesetzt hätten. Zn dieser Kommunität werde»Fräulein bis in ihr zwanzigstes Jahr umsonst mit allen Nothwendigkeiten versorgt, und in allem, " .ein Frauenzimmer von Stande wissen muß, unterrichtet. Diejenigen, die sich gut betragen, kö»"entweder mit königlicher Genehmigung hellrathen, in welchem Fall sie mit vierhundert Pistolen ^
r> O« A./.kl r.p. t;r lgg- AAwnH- 1 °.4.P.; 4 S-y;;. SchlegelTH-S-S. 61411 ff.