Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
658
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zo. Buch. Ludwig der Bierzehnte.

1691

wohl verschanzt Satten, daß man keine Möglichkeit sah, sie mit Hoffnung eines Vortheils anzeigtfcn. Luxemburg hatte die 'Armes in sechs Tagen von Vignemont über fünf Flüsse bis an Po"d'Espierres mit solcher Geschwindigkeit und Ordnung marschiren lassen, daß dieser Zug unter st»"rühmlichsten Verrichtungen gezahlt wird. Er hatte dabey alles so eingerichtet, daß die zum Nute'halt der Truppen nöthige Dinge sich zur bestimmten Zeit an den Orten fanden, wo sie durchkommemusten; und die von der Hauptarmee abgeschickten Haufen giengen immer voraus, um eine Spu-ren Truppen an der Scheide zu zeigen, und der übrigen Armee Zeit zur Nachfolge zu verschafftDer Marschall richtete freylich viele Pferde zu Grund: aber die Bedeckung des französischen Fst»'derns ersetzte diesen Verlust reichlich. Ludwig empfand darüber so viel Vergnügen, daß er denueralen und Soldaten, Regiment für Regiment, dafür in einem Schreiben dankte, das vor d»ganzen Armee abgelesen ward. Der Dauphin lagerte sich hierauf bey Courtray, und schickte Tr»p'pen zur Beschützung der übrigen Platze in dem französischen Flandern ab. Da also Wilhelm st»'"Absichten auf dieser Seite vereitelt sahe, so ließ er im September Huy durch den Herzog von Hs»"frein-Plön belagern, dSr dem Fürsten von walvcck in der Würde Lines FeldmarschaÜs der holltbischen Truppen gefolget war. Die Besatzung zog sich gleich in das Schloß, welches zehn Tage nachAm es- Eept- Eröffnung der Laufgräben durch Vergleich übergeben wurde. Dies war das Ende des mederläist»sehen Feldzugs. .

Der Feldzug am Rhein war noch viel weniger merkwürdig. Die Armee unter dem MasAm 15. May sthE von Lorges versammlete sich bey Kaiserslautern, und gieng zu Anfang des Iunius bey Ph»lippsburg übenden Rhein, lagerte sich bey Bruchsal und zog gegen die Bergstraße. Die Kaiserliche»unter dem Prinzen von Laven zogen den Franzosen von Heilbron her entgegen, worauf sich dicstgegen Wißloch zurückzogen und die ganze Gegend erbärmlich verheerten. Sobald die Kaiserliche''nach einem scharfen Gefecht Wißloch erobert hatten, so giengen die Franzosen über den Rhein zurüs'Beyde Armeen beobachteten einander, ohne etwas zu verrichten. Endlich giengen die Kaiserlich^auch über den Strom, und zogen den Franzosen nach bis nach Landan, und dann bis Weissenbusg-Vergebens erwartete man ein Treffen; denn nachdem die Kaiserlichen einige französische Magast»"und das Pferdefutter in dieser Gegend verdorben hatten, so giengen sie über den Rhein zurück, u»endigten damit den Feldzug.

Zu Piemont fiel auch wenig vor. Latinar sollte sich nur vertheidigen, und darauf matt"auch alle seine Anstalten und Bewegungen eingerichtet. Die Waldenser erhielten einige Vortheilsüber die Franzosen, und streiften ins Delphinat. Der Herzog von Savopen schloß Casale ein, oh»"es zu belagern, befestigte Coni und Turin , und eroberte die Festung St. George. Sonst unternahmer nichts, obgleich sein Heer sehr zahlreich war. Die Ursache suchte man in den geheimen Unterhaltjungen mit dem französischen Hof, dessen Vorschlage ihm nun annehmlicher schienen.

Zudem die Franzosen in Italien, wo sie am schwächsten waren, den Herzog von Savope"durch Unterhandlungen zu einem besondern Frieden zu bewegen suchten, wollten sie in Katalonien d"»König von Spanien durch die Waffen zum Frieden zwingen. Noailles, der mit einer Armee vo'20,000 Mann über den Fluß Ter gegangen war, an dem die Spanier unter dem Herzog von Est^Am «7- May. lsna standen, eröffnete den Feldzug mit einer Schlacht, worin er siegte. Die Folge davon warEroberung der Städte Palamos, Girona und Ostalric. Nsailles gieng hierauf zurück, undÄM L-Scpt- berke Castelfollit. Indem er damit beschäftiget war, hatte Efcalona Ostalric belagert, und dich'''festen Städtchen so heftig zugesetzt, daß der Befehlshaber schon wegen der Bedingungen der Ueberg»'"in Unterhandlung getreten war. Aber die Ankunft des Marschails von Noailleu unterbrachund nöthigte die Spanier, die durch ihre harten Bedingungen die Unterhandlung selbst verzog""hatten, zu einem schleunigen Rückzug. Nun war Barcelona die einzige feste Stadt in Kataloi»"'/welche die Spanier noch besassen; und auch diese würde zu Wasser und zu Lande belagert worden stl'wenn es nicht der englische Admiral Ruffel gehindert hätte, der auf die Drohung der Spa»^Frieden zu machen, wenn man ihnen nicht zu Hülfe käme, durch seine Gegenwart im mittelländisch"'Meer mit der vereinigten Flotte die Franzosen nöthigte, in dem Hafen von Toulon liege» °bleiben.

Der Seekrieg gegen die Franzosen kostete viele Zurüstungen und brachte ihnen wenig S»'den. Die vereinigten Flotten giengen bald in die See, und wollten entweder die französischein dem Hafen von Brest einschliefst»/ oder sie zu einem Treffen herauslocken: aber die Franzost»^