Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
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zo. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

1704 In den spanischen Niederlanden war dies Jahr über wegen der Schwäche beyderseitigek

Armeen, nicht viel vorgefallen. Der holländische Feldmarschall (Pnwerkerk machte zu Anfang dpZulius eine Bewegung, um den Franzosen ein Treffen zu liefern: sie zogen sich aber in ihre Ver-schanzungen bey Vasscige zurück, welche bald darauf von dem General Dopft angegriffen und leicherobert wnrden, ob er sie gleich nur drey Stunden inne behielt, weil er befürchtete, von einer grel-lern Macht, als er hatte,- oder bald genug erlangen konnte, überfallen zu werden. Einige Wochenhernach that der Baron Trogne einen andern fruchtlosen Versuch auf die französischen Verschanz""-gen. Ausserdem bombardirten die Holländer Brügge und Namur, trieben auch Vrandschahunge"in dem Lande zwischen der Sambre und Maas ein.

Zn Italien waren die Franzosen unter dem Herzog von Vcndome zahlreicher und glück-licher , M der Herzog von Gavo/en und die kaiserlichen Volker. Der Herzog bedurfte seiner ga"'zen Standhastigkeit, um bey der ergriffenen Parten, die ihn so wenig unterstützte, zu verharren-Venvome eroberte Vcrcelli, Zvrea, Suza, Aosta.und Vcrua: aber alle diese Oerrer wurden tap-fer vertheidigt, und ihre Eroberung kostete Heu Franzosen viel Zeir und Volk. Verua vertheidigt«der Herzog selbst und der General von Ro skalierte. Der Herzog that im December einen glückli-chen Ausfall, der die Uebergabe der Stadt einige Monate verzögerte, aber nicht hinderte. ZmApr"des folgenden Jahrs ergab sie sich nach halbjährigem Widerstand. Die Kaiserlichen zogen sich alledem Mantuanischcn in das Ferrarische, und von da in das Brescianische, wo sie sich erhielten, ^ihnen gleich die Franzosen die Zufuhren sehr erschwerten.

Zn Spanien und Portugal wurde nun der Kriegsschauplatz auch eröffnet, nachdem si^der König von Portugal gegen Philipp den Fünften erklärt hatte, und der östreichische ErzherzogRar! nach langem Zögern mit englischen und holländischen Hülfsvölkern in Lissabon angelangt war-Philipp kündigte dem König von Portugal den Krieg an, so bald er Rarls Partey ergriffen »»"ihn in sein Reich aufgenommen hatte. Der Gegenkönig Rarl ver Dritte — denn so werden W-«ihn künftig nennen — hatte seine Ankunft in Portugal den Spaniern bekannt gemacht, und st>--Recht an die spanische Monarchie durch eine Erklärung dargcrhan; und Philipp bemühte sich sch"diese Erklärung kraftlos zu machen, und die spanische Nation auf seiner Seite zu erhalten.Anfang deS Feldzugs war für die französische Partey glücklich, weil der König von Portugal beyaller guten Neigung zu den Vundsgenossen von französisch gesinnten Ministern bedient und für de"Unterhalt der Truppen schlecht gesorgt wurde. Die Generale der Vundsgenossen konnten sich Nlck-wohl mit den portugiesischen vertragen, und die Geistlichkeit und das Volk waren unwillig, daßPortugal und Oestreich mit sogenannten Ketzern verbunden hatten. Dies alles hinderte die fnüssEröffnung des Feldzugs, und beförderte die Unternehmungen der Spanier. Philipp verund der Herzog von Lerwik fielen in Portugal ein, und eroberten Salvaterra, Segura, LastAbrancv, Portalegre und andre Plätze. Die Versuche der Bundsgenossen, in Spanien mit NEdruck einzudringen, waren zn unkrästig, als daß sie sich darin behaupten kvmiten. Dagegen knacksdie vereinigte Flotte eine wichtige Eroberung. Sie war unter dem englischen Admiral Rooke »"0dem holländischen Unteradmirai Lallenberg, die den Prinzen Georg von -Heften < Darmstaorsich hatten, von Lissabon abgesegelt, um einen Versuch auf Barcelona zu machen. Anstaltdieses Unternehmen auszuführen, belagerte sie Gibraltar. Diese wichtige Festung, die fast mit S ,Am 4. A»g. keiner Besatzung versetzen war, ergab sich in drey Tagen durch Vergleich. Nach dieser Erobcrlllwbegegnete die durch den Admiral Shcwcl verstärkte Flotte der französischen unter dem GrafenAm i;. Aus- Tonlouse auf der Höhe von Malaga, und gerieft) mit ihr in ein Treffen. Die französische

bestand aus zwey und fünfzig Kriegsschiffen und vier und zwanzig Galeeren, die vereinigte aber a"drey und fünfzig Schissen von der Linie. Die Nacht endigte das Gefecht, während dessen die ^.länder ein Schiff und die Engländer zwey Schiffe, die Franzofen aber gar keines verlohren hatt«"'doch waren die französischen Schiffe sehr stark beschädigt, und liefen, um sich auszubessern und ^überwintern, in den Haftn bey Toulon ein. Vergebens bemühten sich die Franzosen und Spa'"^

bei-«)' l.g. p. 94ftg. 77 ,sät»-. TH- 17- bey»! 2 - 288U.ss- T. 8-p-Z4«>'867. Schlegel

1704. S, 88- 91:10g. Tindal Tb 9 - S. 2; 1-240. S-8-9 U-ff.

Akartt-nei-e 1. 5. p. zze - kVagennnr Th. 7, S-