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zo. Buch. Ludwig der Vierzehnte.
1706
Die Überbleibsel des zerstreuten französischen Heers versammlet«« sich bey Löven: a>6aber die Dnndsgenossen über die Dyle giengen, um sie von neuem anzugreifen, wichen sie nachBrüssel, von dorr nach Gent, und endlich unter die Kanonen der Festung Nyssel zurück, und ver-liessen alle Platze, die nicht fest genug waren, eine Belagerung auszuhalten. Löven, Mecheln,Brüssel, Antwerpen, Gent, Brügge, Oudenaarde, und viele andre geringere Oerter, unterwarfensich, ohne Schwertstreich, den Siegern, und riefen Aarl vcn Dritten als König von SpanieNAm 6. Iim. .und Herrn der Niederlande aus. Ostcnde wurde zwar belagert, gicng aber schon am vierten Tagnach Errichtung der Batterien über. Menin, Dcndermonbe und Ach wurden auch nach kurzen Be-lagerungen erobert, Philipp ver Fünfte verlohr also in diesem Feldzug fast ganz Flandern undBrabant. Die Franzosen wurden zwar durch einen beträchtlichen Theil der Armee am Oberrheinverstärkt, und Vcnvome, der bisher den Krieg in Italien mit vielem Glück geführt hatte, wu>d§statt des Marschalls von Villeroi zum Oberbefehlshaber ernennt. Aber sie blieben doch bey allenBelagerungen der Bundsgenosscn in ihren Vel schanziingen unbeweglich stehen; und die Abruf««?des Herzogs von Vcnvome aus Italien war den französischen Angelegenheiten sehr schädlich.
Am Qberrhem waren die Unternehmungen der Franzosen besser gelungen. Die Reichtarmee hatte den Wimec über Fort-Louis eingeschlossen gehalten, und machte sich grosse Hoffnung-diese Festung zu erobern: allein, Villars rückte in der Mitte des Aprils mir einer überlegene»Macht gegen die teutschen Linien vey Hagenau an, und der MarkgrafLudwig von Baden, dcsse»Armee sich in einem sehr schlechten Zustand befand, wurde genöthigt, sie zu verlassen. Hierauffielen Hagenau und Drusenheim den Franzosen in die Hände. Sie brandschatzten nun die galtstPfalz und bemächtigten sich einer Nheininsci, Fort-Louis gegen über, wodurch sie in den Stand ge-setzt wurden, diejenigen Werke dieses Orts, die vermöge des Nyswyker Friedens geschleift waren,wieder aufzubauen. Allem Anschn nach würden sie noch mehr ausgerichtet haben, wenn nicht Ve-lars nach der Schlacht bey Namillics einen grossen Theil seiner Truppen in die Niederlande geschickthätte. Die Reichsarmce gieng zwar gegen das Ende des Fcldzugs über den Rhein, unternahmaber nichts Wichtiges, und gieng noch vor dem Winter wieder zurück.
Hingegen verfolgte das Unglück die Franzosen in Spanien und Italien. König Philippwar schon im Februar von Madrid abgereist, um den Feldzug mit dcr Belagerung der Städte Va-lencia und Girona zu eröffnen: aber auf Gutbefinden des französischen Hofs unternahm er dafür dstBelagerung der Stadt Barcelona, die mit dem Anfang des Aprils zu Wasser durch eine französischeFlotte unter dem Grafen von Toulouse, und zu Land durch den Marschall von Teste cingeschlosse»wurde. Rar! ver Dritte war selbst in der Stadt, und wollte seine treuen Unterthanen nicht ver-lassen, selbst nicht, da es mit der Stadt aufs Aeusserste gekommen war. Nach Eroberung
sehr geschwächten Landtruppen die Belagerung auf. Mittlerweile waren die Engländer unter de>»Grafen von Gallowap und die Portugiesen von Portugal her tiefer in Spanien eingedrungen, »»^Philipp, der ihnen nach aufgehobener Belagerung der Stadt Barcelona entgegen gehen wollte -muste sich zurückziehen, worauf Äqrl ver Dritte zu Madrid als König von Spanien ausgerufenwurde aber nicht lange hernach kam Philipp durch neue Hülfe aus Frankreich unter dem Herze?von Berwlk verstärkt, von Burgos zurück, und nahm Madrid wieder ein. Beyde Armeen bco,achteten hernach einander, ohne eine» entscheidenden Angriff zu wagen, weil sie einander an Amstziemlich gleich waren. Die vereinigte englische und holländische Flotte blieb den ganzen Sommer überim mittellandisthcn Meer, und hiirderte die französische, von Toulon auszulauftn; nöthigte auch ^thagena und Alicanke, sich für Äari'n zu erklären; wiewohl beyde L-tädte bald wieder verloren ?st»'gen. Ivcha und Majorka hatten sie gleichfalls erobert.
In Italien wurden die Kaiserlichen unter dem Grafen von Reventla» zu Anfang bcFeldzugs von dem Herzog von Oenvome bey Calcinato mit grossem Verlust aus ihrer Stellung?^trieben und über die Etsch gejagt. Und obgleich dcr Prinz Lugen am ersten Tag nach dem Gesellstbey dcr Armee ankam, so war sie doch z„ schwach zum Widerstand, und muste sich ">s Veronesssllstzurückziehen. Venvome hatte sich an der Etsch verschanzt, und dem Prinzen Engen de» sc?ea »-«-T»"» wird Pjemont verlegt, wo man beschlossen hatte, Turin zu belagern.
den WegDer Herzog von lg Feuillgve
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