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zv. Buch. Ludwig der Vierzehnte.
schon ,'m May vor diese Hauptstadt gerückt, um die Belagerung zu unternehmen. Der Herzog von 1706
Savoyen hatte sich zur tapfersten Gegenwehr bereitet, und stand selbst mit wenigen Truppen vor rose» belagert,
der Stadt, zog sich aber wegen der grossen Überlegenheit der Franzosen nach den Luzerner Thälern ^bcc durch de»
zurück. Die Stadt wurde durch den Grafen von Dann tapfer vertheidigt. Da sie sich aber in die
Länge nicht mehr halten konnte, so brach Eugen, der inzwischen einige Verstärkung erhalten hatte,
zum Entsatz auf, setzte, aller von den Franzosen angewandten Vorsicht ohngeachtct, über die Etsch
und den Po, drung durch das überall von ihnen besetzte Land, und vereinigte sich bey Asti mir dem
Herzog von Savoyen. Bey den Franzosen hatte inzwischen der Herzog von Grleans statt des in
die Niederlande berufenen Herzogs von Vendome den Oberbefehl übernommen, und sich gleichfalls
mit deni Herzog von la Femllave bey Turin vereinigt. Eugen griff sie mit so viel Tapferkeit und Nur 7. Seyt.
Glück an, daß sie völlig geschlagen und Turin entsetzt wurde, wobey der Marschall von Marsm
blieb. Der Herzog von Orleans floh bis nach Pignerol, und die Eroberung von ganz Piemont,
Mayland (das Schloß ausgenommen), Montferat und Modena war die wichtige Frucht diesesSiegs. Dagegen wurde der Erbprinz von Hesse» - Lasse!, den Eugen an der Etsch zurück gelassenhatte, auf dem Wege nach Castiglione zween Tage nach aufgehobener Belagerung der Stadt Turinvon dem französischen General LNevavi geschlagen, und fast alles Geschütz, das er bey sich hatte,erbeutet. Die Franzosen hatten in diesem Treffen bey Castiglione an fünftausend Teutsche getödtetoder gefangen, aber sonst keinen Vortheil dadurch erreicht k).
Bey so vielfachem Verlust nahm die Begierde nach Frieden am französischen Hof sehr zu. Französische
Man bat den König von Schweden, Rarl Den Zwölften, der den König Sranislaus auf den Friedeuöanträ-polnischen Thron erhoben hatte, um Vermittelung:, er wollte aber nichts davon hören, wenn sieihm nicht zugleich von der Gegenpartei) angetragen würde. Nachher that Ludwig durch den Rot-terdamcr Bürgermeister Hcnneqmn, der mit dem Kriegsminister Lhamillard in Briefwechsel stand,folgende Vorschlage: der Herzog von Savoyen sollte in den Besitz aller seiner Staaten gesetzt wer-den , wenn mit dem Kurfürsten von Bayer» eben dies geschahe; die spanischen Niederlande soll-ten den Generalstaaten eingeräumt werben, mit der Freyheit, sie dem Erzherzog Rarl abzutreten;mit Holland sollte ein vortheilhafter Handlungsvertrag geschlossen werden; Frankreich verlangte dieRückgabe der Festung Breysach, nebst der Kehlerschanze und der Hüningen gegenüberliegendenSchanze, und versprach, sich mit dem Kurfürsten von der Pfalz wegen Germersheim zu verglei-chen ; Frankreich wollte die Konigin Anne erkennet!, und sich in das nicht mischen, was wegen derThronfolge von Großbritannien festgesetzt werden würde; wenn der Erzherzog Rarl zu seinem An-theil Spanien, Indien und die spanische Niederlande bekommen sollte, so müste man Philippenvon Ansou Neapel, Sicilicn und Mayland geben.
Den Holländern schienen diese Artikel nicht verwerflich: aber die Engländer meynten, sieMüsten stärker auf ihre BundSgenosscn bedacht seyn, sich die Fortschaffung des Prinzen von Wallisaus Frankreich bedingen, und den Krieg mit Nachdruck fortsetzen, um noch vortheilhaftere Bedin-gungen zu erlangen. Bald hernach ließ Frankreich durch den Kurfürsten von Bayern in zween Im Okt-'Briefen, davon der eine an den Herzog von Marlborough, und der andre an die holländischenAbgeordneten bey der Armee gerichtet war. den Antrag wegen öffentlicher Friedenönnterhandlungenthun die entweder zwischen beyden Armeen, oder zwischen MonS und Brüssel gehalten werden soll-ten. ' Allein, man antwortete auf beyde Schreiben nach gemeinschaftlich darüber angestellten Berrathschlagungen, daß man keinen guten Ausgang der Unterhandlung erwarten könnte, wenn Frank-reich wegen der Bedingungen, unter denen sie anzufangen wäre, keine nähere Eröffnung thäte. Dem-ohnzcachtet setzten die Generalstaaten ihre geheimen Unterhandlungen mit Frankreich fort. Der fran-zösische Hof that auch einige Versuche, den Kaiser Joseph durch Hülfe des Papsts zum Frieden zubewegen, aber vergebens l).
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Felipe Th e. S. 4 - 6;. 1 . 4. p-!g. 80 lgg. Lamt'S'',)- l'. 4 - k- ;oi sqg. 77 ,?ar»'. L«,Th. 17. S.
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