Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
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6^8 ZO. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

*707 >, Der verworfene Friede und die im vorigen Jahr erlittenen Widerwärtigkeiten mochte»

Fortsetzung des Ludwigen noch nicht muthlos. Die Besatzungen, die seine Feinde in die vielen eroberten PlahkKriegs. gelegt hatten, schwächten ihre Heere. Frankreich rettete eine ganze Armee von i gooo Mann, durchAm iz-März. einen mit dem Kaiser zu Mayland geschlossenen Vertrag, vermöge dessen die Franzosen die ganzeLombardei- räumten und dagegen freyen Abzug erlangten. Hingegen machte man grosse Anstalten,den Krieg in Spanien mit Anstrengung aller Kräfte zu führen, um Philippen wenigstens den The»der spanischen Monarchie zu verschaffen, der im zweeten Theilungsvertrag dem Erzherzog Rarlwaebestimmt worden. Man schickte deswegen einen Theil der italienischen Truppen nach Spanien, desandern ließ man unter dem Marschall von Teste' im Delphinat, um diese Provinz gegen einen Eis-fall des Herzogs von Savoyen zu decken. In Flandern und am Rhein konnte man sich auf desHerzog von Venvome und den Marschall von Villarg verlassen. Jener lagerte sich nebst dem Kur-fürsten von Bayern bey Gemblours, und die Bundsgenvssen bey Meldert. Beyde Armeen wa«seinander an Stärke so gleich, und die Feldherren so vorsichtig, daß eö keiner für rathsam hielt, ei"Treffen oder eine Belagerung zu wagen. Man brachte den .Sommer mit Hin - und Herziehen zu,und der ganze Vortheil der Verbundenen über die Franzosen bestand darin, daß sie die Stadt Dor-'nick nöthigten, für ihr Gebiet Brandschatzung zu bezahlen.

Es war schon genug, daß die französischen Generale in den Niederlanden einem M»"-borough das Gleichgewicht halten konnten. In Teutschland hatten sie viel Uebergewicht. Delkluge und fürsichtige General, Prinz Ludwig von Baden, war zu Rastadt gestorben, und dskMarkgraf von Bayreurh hatte statt seiner den Oberbefehl über die Reichsarmce übernommen, die,wie gewöhnlich, in einem schlechten Zustand war, und es dem Marschall von Villars, der se>>^Truppen zeitig versammlet hatte, leicht machte, über den Rhein zu gehen und ihre Linien beySchwHöfen zu überwältigen. Er drung hierauf in Teutschland ein, uns schrieb im schwäbischen und fräs'kischen Krais harre Brandschahungen aus. Als er aber einige seiner Truppen nach der Provence ge-schickt hatte, ward der Marquis von Vivanc, der einen Theil der französischen Armee anführte,von dem Kurfürsten von Hannover, der dem Markgrafen von Bayreuth in dem Oberbefehl übetdie Reichsarmee gefolgt war, bey Offenburg geschlagen; worauf Villar.«; wieder über den Rhein gieng-.

In Spanien gieng es Rar! vcnr Dritten »och unglücklicher. Der Graf von VlllaksSieg der Frau-hatte schon im Anfang des Jahrs Minorka erobert; und der Herzog von Bcrwick gewann durchrostn u. Spa- Zaghaftigkeit der portugiesischen Reuterey die berühmte Schlacht bey Almanza. Der Ritter »->!>man;a am 2^ uachherige Marschall von Aöfelv und der Marquis von Avari hatten grossen Antheil an dielestApr. grossen Sieg, dessen Folgen darin bestanden, daß der Herzog von Grleans, der den Tag darasi

ankam und den Oberbefehl über die siegreiche Armee übernahm, die Königreiche Valencia undgonien, wie auch die Stadt Lerida in Katalonien wieder eroberte. Auch ließ er Serpa in Port^gal, Alcira, Meguinenza, Puicerda und Cindad - Nvdrigo wegnehmen.

In Italien hatten die Kaiserlichen mehr Glück. Sie giengen unter dem GrafenDann aus der Lombardey durch den Kirchenstaat nach Neapel, und bemächtigten sich dieses Kös'ffreichs fast ohne Schwerdtstreich. Gaeta allein that einigen Widerstand, ergab sich aber auch ^September durch Vergleich. Gegen das Ende des Feldzugs eroberten sie noch Orbiccllo,

Aber der Anschlag auf Toulon, der, wenn er gelungen wäre, der französischeneinen grossen Stoß gegeben hätte, lief unglücklich ab. Der Herzog von Savoyen und der Pr>mEugen drangen nemlich in die Provence, um Toulon zu Land zu belagern; zu gleicher Zeit/'schien eine englische Flotte unter dem Admiral Shovel, um den Haftn einzuschließen. Man bcniscv'tigte sich des Forts Margarethe, beschoß die Stadt, und verdarb acht französische Kriegsschiffe: "be,wider Vermuthen wurde die Belagerung aufgehoben; woran vornehmlich die Beschwerlichkeit,bensmiktel und schweres Geschütz herbey zu bringen, die vermehrten Festungswerke, die verstattund tapfere Besatzung, und die sich zum Entsatz versammelnde Armee Schuld waren. Die^lucböte, als wenn König Aarl vcr Zwölfte von Schweden wegen seines Schutzbündnisses mit Fräs'reich durch Drohung die Aufhebung dieser Belagerung bewüikt habe, ist höchst unwahrscheinlich: -sszwischen hatte doch dieser Zug Frankreich in grosse Verwirrung und in nicht geringen Schaden g'setzt. Man ward genöthigt, die Armeen in Teutschland und Spanien zu schwachen, um Trupps

comme -uM äs cslle 6e ItsikriZc st äs ßaäs etc. ( A ltkrscbt 1716. 12.) p. 8r- §2, (Per Verfasser

Lafimir Frefchor.) wagenaar Th- 7. S. Zu- ff. Schlegel Th. §. S- 851». ff-