zv. Buch. Ludwig der Vierzehnte. 70z
von Dornik kostete den Bundsgenossen viel Volk, obgleich die Besatzung mit Lebensmitteln »nd Trup- 1709^pen schlecht versehen war. Die Uebcrgabe der Stadt geschah nach einem Monat, und die Uebergabe Am as- Jm-des Schlosses noch einmal so spät. Man beschloß hierauf, Mons zu belagern, und da Villars dieszu hindern suchte, und sich hinter einem Gehölze zwischen den Dörfern Malplaquet und Dlangies la-gerte, wovon jenes auf seiner rechten, dieses aber auf seiner linken Seite lag; so beschlossen Eugen Schlacht bey«nd Marlborough, nachdem St. Guilain mit stürmender Hand erobert war, den Franzosen ein gm ii KevtTreffen zu liefern. Dies war eine der schärfsten und langwierigsten Schlachten in dem ganzen spani- ^'
sehen Erbfolgekrieg, wodurch jedoch im Grunde nichts gewonnen, sondern vergebens viel Blut ver-gossen wurde. Der rechte Flügel der Franzosen hatte das Gehölze Sars vor sich, und der ganze linkeward durch den Wald von Blangies bedeckt. Der Raum zwischen diesen Wäldern war durch starkeVerschanzungen befestigt: aber die Stellung des Marschalls von Villars ward von Kriegsverständi-gen getadelt. Dies und die Verwundung dieses Feldherrn, der übrigens bey dieser Gelegenheit grosseBeweise seiner Erfahrung ablegte, brachte nach der hartnäckigsten Gegenwehr dem Prinzen Engenund dem Herzog von Marlborough, wovon jener den rechten, dieser aber den linken Flügel der'Bundsgenossen anführte, den Sieg zuwege. Der Marschall von Bonfflers, der älterer Marschall,als Oillars war, übte eine römische Großmuth, da er sich vom König die Erlaubniß answürkte,unter Villars zu dienen, wobey dieser hinwiederum sehr edelmüthig verfuhr. Bonfflers war esauch, der nach Oillars Verwundung den Rückzug in fo guter Ordnung veranstaltete, daß er wederGeschütz zurückließ, noch Leute gefangen nehmen sah. Die Anzahl jedes Heers, sowohl des franzö-sischen als des gegenseitigen, wurde über hunderttausend Mann stark geschätzt: doch waren die Bunds-genossen etwas zahlreicher. Die Bundsgenossen hatten über fünftausend und fünfhundert Tode unddarunter zehn Generale und beynahe dreyzehutauscnd Verwundete. Der Verlust der Franzosen wargeringer, und an Todten, Verwundeten und Gefangenen ohngcfahr funfzehntausend. Der Rückzugder Franzosen nach Valencienncs zog die Uebergabe der Stadt Mons nach sich, wodurch der Feldzug Am so. Okt.in den Niederlanden geendigt wurde p).
Die Reichsarmee war wegen ihrer Schwache und Langsamkeit gegen die Franzosen nicht sosiegreich. Der Kurfürst von Hannover, der sich endlich hatte bewegen lassen, sie wieder anzuführen,bezeugte der Neichsversammlung sein Mißvergnügen darüber sehr nachdrücklich. Er war doch auchso glücklich, die unter dem Grafen und Marschall von Harcourt schon über den Rhein gegangenenFranzosen wieder zurückzutreiben. Er schickte hernach einen guten Theil seiner Völker unter demGrafen von Mcrcy über den Rhein, um in die Grafschaft Burgund einzudringen: allein, Harcourthatte den Grafen vü Bourg nach Oberelsaß geschickt und die Teutschen zurückschlagen lassen. Soendigte sich der rheinische Feldzug.
Auf der Seite des Delphinats wurde Frankreich auch nicht sehr beunruhiget, weil derHerzog von Savopen wegen einiger Streitigkeiten mit dem kaiserlichen Hof nicht hatte zu Feldegehn wollen. Der Herzog von Berwick, unter dessen Befehlen die französische Armee in jener Ge-gend stand, verschanzte sich vor Brianzon so stark, daß dieser mit einer Belagerung bedrohte Ortvor aller Gefahr sicher gestellt war. Der Graf von Daun eroberte die französischen Linien beyMoutiers, schlug einen Haufen Franzosen bey Conflans, bemächtigte sich der Stadt und des Schlos-ses Anneci, und wollte sich dadurch den Weg zu einer Vereinigung mit dem Grafen von Mercybahnen. Aber die Nachricht von dessen Niederlage und der Mangel an Lebensmitteln nöthigtenihn zum Rückzug über die Alpen. Dies geschah gegen das Ende des Septembers, und er nahm dieWinterquartiere ii^Piemont. Ein Theil der Armee unter dem Herzog von Berwick wurde hier-auf zur Dämpfung eines neuen AufstaudeS der Camisards in Vivarais gebraucht. Man schlug dieMißvergnügten, und räderte ihren Anführer Abraham.
In Spanien und an den portugiesischen Gränzen war das Kriegsglück den Portugiesennicht günstig. Es kam bey Badajoz zwischen der spanischen Armee unter dem Marquis vü Banund der portugiesisch - englischen unter dem Grafen von Galloway zu einem scharfen Gefecht, wo-bey letztere geschlagen wurde. In Katalonien war der Feldzug weder ansehnlich, noch von grossen
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