Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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ZO. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

1709 übrigen spanischen Niederlanden, zu einer Barriere für den Staat dienen. Der KurfürstenHannover sollte in dieser Würde von Frankreich erkannt werden. An Savoyen sollte Exilles, Fene-srrelles und Chaumont, nebst dem Thale Pragelas, und dem, was an dieser Seite des EebürgesGenevre und andrer Gebürge liegt, zu einer Gränzscheidung zwischen Frankreich und Piemont ^abgetreten werden 0).

Am -8. Map. Diese Artikel wurden von den kaiserlichen, englischen und holländischen Bevollmächtigten

' unterzeichnet. Aber Torcy machte wegen der Unterzeichnung einiger Artikel Schwierigkeiten, weis ,er, wie er sagte, nicht ausdrücklich dazu bevollmächtigt wäre. Er wollre daher erst an seinen Hofreisen, und versprach, die Vcrhaltungsbcfehle des Königs eiligst an Ronillech der unterdes im Haagbleiben sollte, zu übersenden. Gleich nach seiner Ankunft zu Versailles ließ Ludwig den hohenRath versammle». Die entworfenen Friedensartikel wurden vorgelesen und erwogen, aber für sthart und ausschweifend gehalten, daß man sie einmürhig verwarf. Der Dauphin sprach sehr eifrigdawider, daß sein Prinz Philipp den spanischen Thron verlassen sollte. Der König selbst war derMeynung, daß man den Krieg mit neuem Eifer fortsetzen müste. Dieser Entschluß des französischenHofs wurde alsbald nach dem Haag berichtet. Torcy schrieb an den Prinzen Lugen, sein Herrkönne den Friedensentwurf unmöglich annehmen. Eben dies muste Rouille dem Rathpensionar undden Abgeordneten der Generalstaaten erklären. Nicht lange hernach reiste Rouille' wieder nachFrankreich, nachdem er dem Rathpensionar versichert hatte, daß alles Abgehandelte als nicht gesche-hen anzusehen sey. Doch unterhielt Torcy durch petkum einen geheimen, den Frieden betreffende»Briefwechsel.

Neue Rüstuw- Uebrigens faßten alle Franzosen den heftigsten Unwillen über die Forderungen der Bunds-

gen zum Krieg, gaffen, und bestrebten sich, ihrer Noth ohngeachtet, den König noch weiter bey Fortsetzung desKriegs zu unterstützen. Alle Grosse ohne Ausnahme, die Prinzen, die Minister, und die vornehm-sten Einwohner von Paris schickten ihr Silber wetteifernd in die Münze, und verlangten die Bezah-lung desselben erst einige Zahre nach dem allgemeinen Frieden. Der König selbst opferte sein Silber-geschirr auf. Um aber diesen Eifer in seinem Königreich allgemein zu machen, und alle seine Unter-thanen zu überzeugen, daß er den Krieg nicht aus Neigung, sondern aus Noth führe, erließ er ei»Schreiben an alle Statthalter der Provinzen, worin er die ganze Schuld der abgebrochenen Unttk-handlungen auf seine Feinde schob, die von ihm verlangten, seinen Enkel des Throns zu entsetze»,seine Granzfestungen im Elsaß und Delphinat zu schleifen, und andre unbillige Bedingungen einzuge-hen, ohne von ihrer Seite etwas mehr, als einen Stillstand von zween Monaten, zu verspreche»-So wurden die Franzosen aufs neue belebt, für den Ruhm ihres Königs und für die Ehre der Na-tion sich und ihr Vermögen aufs Spiel zu sehen. An Leuten fehlte es nicht. Der Hunger machte. Unglückliche genug, die durch Kriegsdienste ihr Leben zu fristen suchten. Aber es mangelte, selbst bey

den vermehrten Auflagen, an Geld, um Vorratshäuser anzufüllen und die Festungswerke auszubes-sern. Der Staat war schon fünf bis sechshundert Millionen Livres schuldig, und die Theurung >»dem Innern des Reichs hinderte die Zufuhr nach den Gränzen: allein durch die Anstrengung allerKräfte, und durch Hülfe der Kaufleute zu St. Malo, di^ dem König von denen durch den Handelmit den spanischen Kolonien in Amerika gewonnenen Summen zwey und dreyßig Millionen vorschös-sen , sammlete man doch eine Armee in den Niederlanden, und so viel Verrath, als man zur höch-sten Nothdurst brauchte. Zum Glück für den Staat übergab man dem Marschall von Villars, da-mals dem erfahrensten französischen Feldherrn (*), die Anführung dieses Heers. Er lagerte und ver-schanzte sich zwischen Len-s und Basse'. Eugen und Marlborougl) versammleten ihre Truppen beyAm -7- 2 »»- Menin, getrauten sich aber nicht die festen Verschanzt,»gen der Franzosen anzugreifen, und belager-ten deswegen Dornig Zu eben der Zeit eroberten die Bundsgenossen St. Amand und Mortagnr,die Franzosen aber Warnekon, welchen Platz sie jedoch nachher wieder verliessen. Die Velageru»)

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0) O« itiom ss.'g.p. I. pax.2;4st>g. ,/c auch gegen Villars hatte einnehmen lasse», schliß

lorc- ss.r. p. 188 lflg. Lamb-I ty ll?.296 sgg. dem Kvniq den Marschall von Lerwick, auch eine"

k>e/cü->k I. c. p. 99 -120. 1 °.p. 49; lgq. geschickten General , zum Anführer der Armee in dck

C) Der ihn vielleicht übertreffende Herzog von Niederlanden vor, aber Ludwig sagte: lui so»'Vendonie war seit dem Treffe» ZU Ondenarde Mit nerois volomi-rs ce commgnstemenc, st je n'ecois co0'dem Herzog von Burgund zerfalle» , »nd dies hatte v-stncu gue lo telzrsLlial äs vstlaw s'en aegustrsra ^

die Ungnade des Königs nach sich gezogen- Der cors nsteux ecc.

Herzog von Burgund, der sich durch seine Gemahlin