Vorrede.
Beyde Künste richtete er so ein, daß er alles weichlicheund wollüstige Wesen davon wegschaffte. So wollteers auch mit der Poesie haben. Das Erhabenste dar-innen, und was die größten Schönheiten annehmenkan, ließ er zu, und verordnete, daß man, den Götternund Helden zu Ehren, Lieder singen sollte. Erwollteauch, daß man,zmUnterweisung der Menschen,Fabelngebrauchen möchte, und bediente sich selbst, an vielenOertern seiner Schriften, derftlbigen sehr klüglich *.Hieraus konnte ich leicht ausmachen, ob derjenige einFeind der Poesie sey **,der das Wesen und den Grundderselben hochhält, und nur das Unnütze und Schädli-che davon absondern will. In dieser Abhandlung hät-te ich Anlaß nehmen können, eine geschickte Ausschwei-fung zu machen, und mich mit einigen Spöttern deredlen Poesie einzulassen, die, wenn man ihnen sagt, endPoet sey ein geschickter Nachahmer aller natürlichenDinge, durch eine tactmaßig abgemessene oder sorrstwohl eingerichtete Rede, diesen Begriff für listig aus-schreyen, und in dem ersten Theile desselben einen Affenfinden, und den andern durch ein schönes 8cilicer er-läutern wollen, ohne den Grund davon anzugeben ***.Was hätte ich nicht von ihrer breiten Einsicht in dieDichtkunst, wie sie ihre eingebildete Kenntniß davonzu nennen belieben, sagen können? Wie vielmal hattesich nicht der Ausruf: Wie gelehrt klingt das ! wie-'der anbringen lassen? Wie freudig würde ich nicht ge-worden
* OonkerHistoirecle I'AcssteinlcäesliiscriptHonsl'om. I. P.L06.** .Herr Brücken schreibt es seiner Liebe zur Poesie zu, daß er seineSchriften gesprächsweise abgefaßt. Siehe Philosoph. Histok-I. Dh. Bl-62;. Auch Aristoteles rechnet nach Daciers Aninsr-kung im i. Eap. sei nee übersetzten Poetik, die Gespräche Sccratl»,so Plalv geschrieben, zur Poesie p. >2-iz.n.rg. .
*** Siehe Thuring. Nkchr. von gelehrten Sachen auf das 2 ^"1756. hl.; p