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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
Entstehung
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Vorrede.

seil, daß dieser tiefsinnige Weltweise im geringstenkein solcher Dichterfeind gewesen ist *, als sie vorge-ben **. Denn zu geschweige», daß er selbst Verse ge-macht ***, und die poetischen Schriften sehr fleißiggelesen **** und wohl anzuwenden gewußt hat *****:So finde ich, daß sein Verboth nichts mehr enthält, alsdaß er gesucht, diese Art der Nachahmung aufleben sol-chen Fuß zu setzen,als die Musik und das Tanzen ******.

Beyde

* Plato steht bey dem Herrn Baillet in dem Verzeichnisse dercrjeui-gen oben an, die von der Dichtkunst geschrieben haben. Siehejn^rnens lles princ. Ant. yui ont krsite cie i t poec. MeinHerr Stolle zeign» seiner Hist. derGelahrth. Di. läo, daß seinGespr. Jo nichköweniger als eine Dichtkunst ist,

** PlatonS rechte Meynungen kan man nicht anders, als aus Zukam»mmhaltung unterschiedener Stellen, erforschen. Denn sonst ge-räth man auf grosse Irrthümer. So hat z, E. Sexm» Em»picicus geglaubt (sciverk. 6rom, s. ir ) Plato habe in dem Ge-spräche Gorgias die Beredsamkeit verworfen. Gvintilian aberzeigt (Inttit. Oral. I-id. II. c. >;.) daß er hier nur von der Sophi-sten Schwahhastigkeit geredet, wie er sich denn auch in dem Phä»drus ganz anders erklärt.

Er soll vier Trauerspiels und auch andere Gedichte verfertiget ha,ben. Siehe I,oert I^jh. III. 5 ,;. Aelisn. Var. HillHl,. II. c. zc>»conf. 8tsnlej. Hill. kirii. p. L84. ck b'sdric. kibl. Oroeo. Vol. I.'p.S;4. Fonkemlle macht ihn daher in seinen vrslogues äe»,inorksloin. II vial. Io. wegen ein Paar kimirr Gedichte, garartig zu einem Verliebten.

**»<- Seine Schreibart selbst ist auch qanz poetisch. Olcero sagt des-wegen in Oralore: Vitum ell nonrmllis, klrunnis locutio-nein, ctll sbln s verlli, tamen grioä incitatius kerLttir id cla-rilliluis vcrbnrum luiuiinbus vtstur, potius pocma putsn-äuln, gnsm comicorum poeearum. Longinus halt lhn auchin seinem Tractare -r-x- csp. XI. für Homers größten Nach-ahmer; wie denn der Abt kelsllleu in seiner ?sro!!c!e ä HomersL äc kiaton eine dreyfache Gleichheit unter ihnen, erstlich in ih-rer Lehre, zum andern in ihrer Art zu unterrichten, und drittens» in ihrer Schreibart gezeiget hat.

*** Solches hat der Abt ssroguier weitiäuftig ausgeführt in derUiiHrlsriontur lluisge gne?I->ionfair äes poeres, die indemZ. I'oiu. der kelemoires ste !' AcLäeluio äcs intcriptions p.befindlich ist.

*** Man wird mir verzeihen, daß ich Weitlaustiykeit zu vermei-den die Srellen aus PiaronsSchriften selbst nicht anssihre, weitich hier doch nur >> davon rede.