Buch 
Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
Entstehung
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Vorrede.

Die Eintheilung des ganzen Buchs ist, so viel sichshat thun lassen, nach den in dem andern Theile der kri-tischen Dichtkunst befindlichen Capiteln gemacht; wie-wohl nicht unter jeden Titel eine gleiche Anzahl Ge-dichte hat gebracht werden können. Oden hatte ich amMeisten, und daher faßte ich den Anschlag, sie in dreyBücher einzutheilen, die fast gleich stark sind. In denbeyden ersten findet man lauter jambische, jedoch mitdem Unterschiede, daß in dem ersten Buche allein solchevorkommen, die auf hohe Häupter gemacht sind, wo?hin ich auch das Lob des weiblichen Regiments und dieIubelode gezogen habe. In dem dritten Buche herge-gen kommen allein die von trochäischem Sylbenmaßevor, sie mögen auffürstliche oder bürgerliche Personengedchitet seyn. Die Ordnung,wie die Gedichte in je-her Abtheilung eins aufdas andere folgen, ist nach derZeit eingerichtet, wenn sie verfertiget worden. Dieseshat zu einer angenehmenAbwechselung der unterschie-denen Materien Anlaß gegeben, da bald etwas trau-riges, bald etwas lustiges, bald etwas hohes und ernst-haftes,bald etwas zärtliches und scherzhaftes vorkömt,und denenjenigen den Ekel benimmt, die das Buchnach der Ordnung durchlesen wollen. Nun ist es da-durch zwgr geschehen, daß ein Lobgedicht auf einenFürsten neben einem Glückwünsche an einen gutenFreund seinen Platz erhalten. Allein es wird sich wohlniemand darüber ärgern, ausser derjenige, der niemalsgesehen hat, daß auch im Horaz, auf ein Lied an einenAlten Freund oder gar an die Lchce, eins auf den Kai-ser August folget. Und wie sieht es in den Briefen des^vidius und bey andern alten Dichtern aus? Ge-nuß, die grossen Männer, die so vielen Fleiß auf sie und

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