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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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10
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10 Der Oden erstes Buch.

Ja, Käyser! Du, du schaffst den Frieden,

Du schenkst ihn der bedrängten Welt:

Jüngst schien er ganz und gar vom Erdkreis abgeschieden,Du hast ihn glücklich hergestellt.

Verbanne ferner Krieg und Streiten,

Schleuß ewiglich des JanuS Tempel zu:

Der Erdkreis seufzet längst nach ungestörter Ruh,

Wer kan die sonst, als du, bereiten?

Jedoch denktMars nicht gar semMordschwerdt einzustecken:So mag er ferne Völker schrecken.

Dort, wo dem AsiakerstrandeDer Hellespont das Ufer netzt.

Wo Ganges nebst dem Phrat dem heißen Persersande,Und Mogols Reiche, Grenzen setzt;

Da mögen seine Waffen schalten,

Da mag sein Sohn, der tapfre Kulichan,

Den Feind der Christenheit, den wüsten Muselmann,

In steter Furcht und Angst erhalten:

Da mag ohn Unterlaß der wilde Roßschweif fliegen,

Da mag er bis zum Nilstrom siegen.

Ä8ie lange soll das MördereisenEuropen an die Seele gehn?

Wenn wird sich die Vernunft bey uns doch kräftig weisen ?Wenn wird das Herz in Ruhe stehn? .

Wird darum nur der Witz geläutert?

Wird darum nur so manche Kunst erdacht,

Der Sitten Höflichkeit, der Städte Glanz und PrachtErhöht, verbessert und erweitert?

Soll uns die Wissenschaft aus Menschen denn zu Drache»Und ungeheuren Tygern machen?

Ach