Buch 
Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
Entstehung
Seite
26
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2 §

Der Oden erstes Buch.

Apollo stärket mein Gesicht,

Ich seh das Schicksal später Tage:

Wie Sachsens Rautenzweig, der neue Knospen bricht,Noch immer fester Wurzel schlage.

Sey froh! beglücktes Meißnerland!

Dein Glücke kan noH höher steigen:

Dein Haupt kan sich noch oft in Königskronen zeigen!Mehr macht mir Phöbus nicht bekannt:

Doch Friedrich Augusts Art, die Völker zu regieren.

Wird ewig seinen Samen zieren.

8aß uns in daurendem Metall,

§> Churfürst! deinen Vater sehen;

Und dieses Helden Bild, bis an der Erden Fall,

An deines Elbstroms Brücke stehen.

Dein Erbe stellt dich auch einmal,

In gleicher Pracht zu seiner Seiten;

Da wird dein Ruhm mit ihm noch um den Vorzug streite»/Und deiner Enkel edle Zahl,

Die beyder Thaten hört, und beyder gleiche Namen,Wird eifrig seyn, euch nachzuahmen.

'Du, strenge Wahrheit, laß dieß BlattIn deinem Tempel ewig währen;

Und was dein eigner Trieb ist mir gewirket hak.

Von keinem Unfall je verzehren.

Mem Mund ist kein erkaufter Mund,

Er hat nicht schmeichlerisch gesungen:

Der Held hat ihm kein Lob durch Wohlthun abgedrunge»?Ihr Musen, thuts der Nachwelt kund;

Und macht den Held August, das Wunder unsrer Zeiten,Zum Wunder später Ewigkeiten.

* * * IV.