z8 Der Oden erstes Buch. -
VIII. Ode.
Auf das Absterben
Christianen Johannen AemilieN/
Fürstinn zu Anhalt-Cöthen.
Im Namen anderer.
^emilien, so früh ins Grab?
' Die Fürstinn schon in Staub und Erde?Wer trocknet uns die Thränen ab,
Damit ihr O.vell verstopfet werde?
O hartes Donnerwort! die Fürstinn ist erbleicht!Ihr Aug erstarrt! Ihr Herz erstorben !
So hat sie selber zwar die Ewigkeit erreicht.
Doch uns ist alle Lust verdorben.
Wie, wenn bey hellgestirnter NachtDiana ihren Glanz verlieret,
So oft ihn ihres Wirbels MachtIn unsers Erdballs Schatten führet;
Wie da der Himmel stutzt, die Erde selbst erschrickt,
Die Luft den Thau herunter gießet,
Der Sternen Heer bestürzt nach seiner Fürstinn blickt,Die man so unverhofft vermisset:
So sieht man itzt ein Helles LichtAn Cöthens Firmament verschwinden;
Die Fürstinn stirbt, ihr Auge bricht,
Ihr Glanz ist hier nicht mehr zu finden.
Der Hof wird höchst bestürzt, der Unterthan betrübt,Die Thränen heben an zu rinnen;
Und aller Damen Schaar, so sie als Haupt geliebt,Bedaurct sie mit trüben Sinnen.