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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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39
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Z9

Achte Ode.

Au, höchstbekümmerter Gemahl!

Durchlauchtes Haupt, du Lust der Deinen! .

Wer steht nicht deiner Thränen Zahl?

26 er sieht dich nicht recht kläglich weinen?

Die treuste Gattin stirbt, dein halbes Herz erstarrt,

Dein Ehbett kehrt die Lust in Klagen,

^emilia, dein Schatz, dein Liebstes, wird verscharrt:

Vne solltest du nicht Leide tragen?

Sechs Jahre der verstoßnen Ehverschwanden dir, als so viel Stunden:

^ein Wunder! da du nie das WehDes Misvergnügens hast empfunden.

^>n jeder Tag war dir ein neues Hochzeitfest,

^ud schenkte dir ein neu Vergnügen;

Doch da dein Leben ißt so früh die Welt verläßt,scheint dich die Wehmuth zu besiegen.

Allein gewiß, so scheint es nur,

Dein grosser Geist weis sich zu fassen;

^nd kan die Ordnung der Natur,

Die das Verhangniß lenkt, nicht hassen.

Der weisen Vorsicht Schluß ist htzr dein Augenmerk,

Du kennst und ehrest ihre Wege;

Zu murren, wenn sie straft, das heißt ein Sclavenwerk,Doch Kinder danken auch für Schläge.

^ So, theures Promniß! edler Stamm,

Mußt auch du die Zähren stillen;

^ nicht, um ein geraubtes Lamm,

Die Gruft mit Zorn und Schelten füllen.

Der Tod ist anders nichts, als bloß des Höchsten Knecht;^ thut, was ihm der Herr gebothen.

?"er jenen nun verdammt, raubt diesem selbst sein Recht,^ lieht Gott minder, als die Todten.

C 4 Verlierst