Andre Ode.
Am weitentlegnen SachsenlandeErtönte deiner Seyten Klang;
Von dem entfernten Weichselstrande,Entzückte mich dein Lustgesang.
Die Nymphen jener Philurenen,
Sammt jeder muntern HuldgöttinnEntsetzten sich in ihrem SinnVor solchen Proben einer Schönen;
Und zweifelten wohl gar dabey:
Ob Famens Nachricht glaublich sey?
Ach selber sprach in meinem Herzen:Wer weis, ob mich der Ruf nicht trügt?Vielleicht will jener Freund nur scherzen,Indem er merkt, daß michö vergnügt.
Ich wagte mich, an dich zu schreiben,
Da sah ich bald ein neues Blatt,
Und an des alten Zweifels statt,
Nichts, als Erftaunung, übrig bleiben!Weil jede Zeile deiner SchriftFast Wunsch und Hoffnung übertrifft.
Erwünschtes Schicksal! sey gepriesen.Daß deiner Führung WunderzugMir That und Wahrheit selbst gewiesen.Als mich dein Wink nach Danzig trug.Der edlen Kulmus SeelengabenErhöht der frischen Jugend Pracht,
In welcher so viel Anmuth lacht,
Als hundert andre Schönen haben,
Die doch, denn ihr Verstand ist blind!Nur todte Marmorbilder sind.
G 4
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