Der Oden andres Buch.
O wären meine LobgesangeDer Schönheit deiner Bildung gleich,
Und so, wie deiner Glieder Länge,
An reizerfülltem Wesen reich!
Ach, unvergleichliche Louise!
So würde bald ein Blatt erfüllt,
Darauf ich dein entzückend BildIn lebhaftfchönen Farben wiese.
Allein du bist ganz ungemein;
Wie kan mein Lied dir ähnlich seyn?
Ä8as sag ich von der klugen Zungen,Die durch der Sprachen Zierlichkeit,
Der Franzen zartes Ohr bezwungen.
Sammt unsrer deutschen Lüsternheit?
Auf deinem holden RosenmundeIst aller Charitinnen Sitz;
Und deiner heitern Augen BlitzSteht mit Minerven selbst im Bunde;
Weil jeder Stral, der von dir schießt,
Ein Herold deines Geistes ist.
^hr sanften Hände, laßt mich wissen,
Ob euch Mercur so schnell gemacht;
Der an den schwarzen Höllenflüssen '
Die Schatten ausser sich gebracht?
Schlägt Orpheus selbst durch euch die SeytenDer auch den Cerber eingewiegt,
Und Plutons harten Sinn besiegt,
Die todte Gattin zu erbeuten?
Nein ! Phöbus und sein Chor zugleichBegeistert, rührt und treibet euch.