Andre Ode.
Au zaubern scheint ihr, nicht zu sinelen,So bald man eure Laute spürt:
Ja Mark und Adern könnens fühlen,Wenn ihr den Flügel kaum berührt.
O Reichthum neuer Fantasien!
Wie schnell, wie fertig, voll und schönHört man die bunten Fugen gehn?
Wie wenig dörft ihr euch bemühen?
Weil, wie man deutlich hört und sieht,Was höhers Nerv und Finger zieht.
O) sollt ich sie doch alle küssen!
O sollt ich es doch zehnmal thun!
So könnte mein gestillt Gewissen,
Als nach erfüllter Dankpflicht, ruhn.
O könnt ich täglich sehn und hören,
Wie schön, geschickt und klug du bist!
Und, weil ein Odem in mir ist,
Dein ungemeines Wesen ehren:
So gäbe mir mein zeitlich GlückDen allerschönsten Gnadenblick!
Ach dörft ich solches auch nur hoffen!Doch wie vergeht sich Hand und Kiel?Was hat sie für ein Fall betroffen?Verstumme, mattes Seytenspiel!
Die Vorsicht deckt mit dunkeln TüchernDie Spuren ihrer Fügung zu;
Und will, man soll in stiller RuhSich ihrer steten Huld versichern.
Wohlan, ich bin damit vergnügt:
Sie hat es stets sehr wohl gefügt.
G 5
Voritzo