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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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107
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! Dritte Ode. 107

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III. Ode.

Bey dem frühzeitigen Grabe

o der

vrau Hvfeöthinn Dathin

in Weissenfels.

^^etrübte Pflicht der Sterblichkeit!

O Tod, du Feind der Adams Kinder!Vollstreckst du denn an unsrer ZeitDes Himmels Urtheil stets geschwinder?

Wir haben kaum die Welt erblickt.

Und liegen oft noch in der Wiegen,

So wird dein Pfeil schon abgedrückt,

So müssen wir schon unterliegen.

Eor Zeiten war der LebenslaufDer ariden Sterblichen doch länger.

Ißt reibt dein Arm uns früher auf,

Ißt steckt er uns das Ziel weit enger.

Von taufenden, die man begräbt.

Und die ganz reif zum Tode waren,

Hat einer sich kaum satt gelebt,bind zehne kaum von fünfzig Jahren.

8bie sonst bey warmer Frühlingszeit,

Wenn Saft und Kraft die Bäume nähret,bn Sturmwind oft mit HeftigkeitDurch die belaubten Wälder fahret;

Wie da sein Grimm die Zweige streift,

Und manchen Ast vorn Stamme reistet,

Da, wenn ein Blitz sein Wüten häuft,

Auch Eichen aus den Wurzeln fchmeiffet:

- So