Buch 
Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
Entstehung
Seite
112
JPEG-Download
 

H2

Der Oden andres Buch.

Eie stellen sich das Wort noch vor,Das sie schon damals sehr erfreute;

So oft Apollo ihrem ChorDein weises Aufsehn prophezeihte.

Da seht ihr, hieß es, einen Freund,

In dessen ungemeinen Gaben,

Wir, eh das zehnte Jahr erscheint,

Ein Oberhaupt zu hoffen haben.

Ihr seht ihn hold und freundlich an,Als einen, der die Künste liebet:

Doch bald seyd ihr ihm Unterthan,

Wenn er euch Maaß und Regeln giebek.

O freuet euch doch zum voraus!

In seinen angenehmen MinenIst auch für unsern Lorberstraus,

Ein neues Glücksgestirn erschienen.

So sprach er, und sie glaubtens kaum.So wenig sonst sein Auöspruch trüget:Doch iho giebt ihm alles Raum,

Indem es klar am Tage lieget.

Sie preisen iho voller Lust,

Die Aufsicht, der sie sich vertrauen:

Und wollen dir mit treuer Brust,

Erhabner Looß, ein Denkmahl bauen.

Sie Werdens auch unfehlbar thun:Wie soll denn ich, ihr Schüler schweigen,Bey deinem Glücke sträflich ruhn,

Und mein« Freude nicht bezeugen?

Nein, theures Haupt, so zärtlich dichDein reizendes Gemahl vergnüget:

So ungemein ergeht es mich,

Daß sich dem Schicksal so gefügek.