rz6 Der Oden andres Buch.
Eo kehr ich denn den frohen Blick,Mein andres Herz, nach deiner Wiegen,Und seh darinnen auch mein GlückMit dir auf weichen Küssen liegen.
Der Himmel hat dich ausersehn,
Und mir zum EhgeMahl erkohren;
Ja, dieß ist auch bey mir geschehn;
Ich-selber bin für dich gebohren.
Ach denke no^ der langen Zeit,
Der Zeit von zweymal sieben Jahren,
Die mir von deiner ZärtlichkeitDie allerstärksten Zeugen waren.
Ich denke deiner Treue noch,
Die mir ganz unverrückt geblieben,
Bis meine Brust sich endlich doch.
Auch dir geneigt zu seyn, verschrieben.
Avey volle Jahre sind es fast,
Seit dem sich Herz und Hand verbunden,Seit dem ich dich, in Lust und Last,
In Lieb und Leid, bewährt erfunden.
Je länger unser Ehstand währt.
Je fester wird das Band sich schlingen ;Und da die Zeit auch Stahl verzehrt,
Mit uns bis in die Grube dringen.
O sollt ich nur den JammertagVon deinem Sterben nicht erleben!
Denn was ein Mensch ersinnen mag,
Das wollt ich, dich zu retten, geben.
O würde mir dereinst von dirMein sterbend Auge zugedrücket:
So glaubt ich, daß der Himmel mirDie größte Wohlthat zugeschicket.