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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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141
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Zwölfte Ode. 141

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xn. Ode.

Auf

Hrn. Heinr.Gottlieb Klausings

Magisterpromotion.

den m.Febr. i7Z2.

!o weit die Kräfte der Vernunft,

^ Gelehrter Freund, bisher gedrungen,

Seit dem die PhilosophenzunftDer Weisheit schärfer nachgerungen:

So sehr hat man dabey bemerkt,

Daß niemand es aufs höchste treibe,

^nd täglich diesen Satz bestärkt:

Daß unser Wissen Stückwerk bleibe.

§)aher verwarf PythagorasDen stolzen Namen eines Weisen,hieß uns, nebst der Thorheit Haß,

^Ur seine Weisheitsliebe preisen.

Daher hat Senates bekannt,

^aß seine Weisheit gar nichts wüßte;daß der trefflichste Verstandkeines andern rühmen müßte,lind wirklich ist kein Strudelschlundunerforschlich tief zu nennen,

^ aller Philosophen Mund2 von der Weisheit muß bekennen.

Wahrheit liegt sehr tief versteckt,

^ kan den theuren Schatz ergründen?

^ wenn man gleich die Spur entdeckt,

° kcin man doch sie selbst nicht finden.