L48 Der Oden andres Buch.
Umsonst! auch dieser schläfet schon,
Auch dieser kömmt so leicht nicht wieder.
Wo nehmen wir denn rechte Lieder?
Wer stimmt uns denn den rauhen Ton?Getrost! es ist in unsrer WeltNoch itzo mancher Arzt und Dichter,
Weil Preussens Pietsch, und Holsteins RichterIn beyden Künsten Ruhm erhält;
Und Meistens Triller auch in SchriftenSich weis ein zwiefach Lob zu stiften.
Apollo rufft: Ihr fehlet weit,
Mein Kulmus geizt nach keinem Lobe,
Und giebt dadurch die schönste ProbeDer edelsten Bescheidenheit.
Er ist vergnügt, daß er erkannt,
Was er zu wissen nöthig achtet:
Was brauchts, daß er nach Ruhme trachtet?Es rühmt ihn Tugend und Verstand.
Und diese, die ihn so erhoben,
Die können ihn am besten loben.
An Wahrheit, Phöbus hat ganz recht»Doch fährt er fort mit seinen Lehren,
Und suchet unsern Gram zu stören,
Und rühmt sein würdigstes Geschlecht.
Des Vaters Lob, des Vetters Ruhm,
Den sie durch Fleiß und Kunst erstiegen,Beschreibt er uns mit viel Vergnügen,
Und seht sie in sein Heiligthum;
Wo die berühmten Namen prangen.
Die ewig Preis und Dank erlangen.