rzo Der Oden andres Buch.
XV. Ode.
AnJgft.L.AV. Kulmus.
Günther.
Glaube, Kind! der heisse Trieb, der in mir dein Bild erlese",War kein kindisches Vergehn oder flatterhaftes Wesen.
Dein Verstand zieht kluge Seelen von gereinigter Vernunft
wahr ich redlich bin,Entfernte Schäferinn!Bin ich, es bleibt dabey tDir bis zur Grube treu.
Ach fühlte nur mein HerzNicht stündlich einen Schmerz,Der täglich weiter geht,
Und bloß daher entsteht;
Daß ich den ersten KußVon dir entbehren muß.
Awar als es mir geglückt,Daß ich dich einst erblickt;
Und dir in kurzer ZeitMein ganzes Herz geweiht:
Da that mein blöder MundDir noch so viel nicht kund.
Ich hieß es ein Vergehn,
Und freches Unterstehn;
Aus Furcht: Ihr strenger MuthHeißt dirs unmöglich gut.