Sechzehnde Ode. 155
Äer eine Thor läßt Speis und TrankAus Osten, Süd und Westen bringen.
Kaum ist er satt, so wird er krank;
To will ihn selbst die Gruft verschlingen.
Ein andrer klimmt sich an den ThronDer kleinen Götter dieser Erden,
^nd will, wo nicht ihr liebster Sohn,
Doch Freund und Rath und Diener werden:
Jedoch eh ihn das Glück gekannt,
Gedeckt ihn schon des Grabes Sand.
TAill mancher nicht durch Brand undMordDen halben Erdkreis wüste machen?
Doch muß er unversehens fort,
^nd wirkt der frohen Welt ein Lachen.
^ard nicht der tollen Herrschsucht garDie weite Menschenwelt zu enge?
Doch eh sie damit fertig war,
Degjeng man schon ihr Leichgepränge;
so blieb auch der sichre Mond^on ihrer Waffen Wuth verschont.
^ börste nur die Tugend nichtDer Todeösichel unterliegen,könnte nur der Weisheit LichtDer Gräber Finsterniß besiegen!
Doch dieser unumschränkten Machtkeines Menschen Stärke pochen:hier wird oft durch Tod und Nacht^ ^ schönste Vorsah unterbrochen:
"ch wer nach Witz und Klugheit strebt,
^ zu zeitig ausgelebt.