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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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155
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Sechzehnde Ode. 155

Äer eine Thor läßt Speis und TrankAus Osten, Süd und Westen bringen.

Kaum ist er satt, so wird er krank;

To will ihn selbst die Gruft verschlingen.

Ein andrer klimmt sich an den ThronDer kleinen Götter dieser Erden,

^nd will, wo nicht ihr liebster Sohn,

Doch Freund und Rath und Diener werden:

Jedoch eh ihn das Glück gekannt,

Gedeckt ihn schon des Grabes Sand.

TAill mancher nicht durch Brand undMordDen halben Erdkreis wüste machen?

Doch muß er unversehens fort,

^nd wirkt der frohen Welt ein Lachen.

^ard nicht der tollen Herrschsucht garDie weite Menschenwelt zu enge?

Doch eh sie damit fertig war,

Degjeng man schon ihr Leichgepränge;

so blieb auch der sichre Mond^on ihrer Waffen Wuth verschont.

^ börste nur die Tugend nichtDer Todeösichel unterliegen,könnte nur der Weisheit LichtDer Gräber Finsterniß besiegen!

Doch dieser unumschränkten Machtkeines Menschen Stärke pochen:hier wird oft durch Tod und Nacht^ ^ schönste Vorsah unterbrochen:

"ch wer nach Witz und Klugheit strebt,

^ zu zeitig ausgelebt.