Der Oden andres Buch.
Dem Sohn war edel! Doch wer weis,Vielleicht wär ihm sein Sohn miörathen?
Oft schwächen schnöder Enkel Thaten, !Der Ahnherrn wohlerworbnen Preis.
Die Welt ist unser, weil wir sind!
Genug, daß dieser Punkt der ErdeNach uns auch andre tragen werde,
Gesetzt, daß unser Lob verschwind!.
Wir selber Habens ja vergessen,
Wer diesen Platz vor uns besessen.
Und was? Dein würdigstes GemahlIst dir ja mehr, als hundert Kinder;
Die macht dir allen Gram gelinder,
Durch Eigenschaften ohne Zahl.
Lebt diese nur, so fehlt es Dir,
Auch bey noch grösserm Schmerz und Leiben,Doch niemals an wahrhaften Freuden,
Denn die empfindest du bey ihr.
Nur mußt du selber ihr darnebenEin Beyspiel wahrer Großmuth geben.
Der Frühling fängt mit lauer HandDie kahlen Fluren an zu schmücken,
Und Phöbus lacht mit holden BlickenAuf Florens buntes Brautgewand.
Darum begieb dich auf dein Feld,
Daselbst, nach Art geübter Weisen,
Den Schöpfer der Natur zu preisen,
Den jedes Gras vor Augen stellt : >
Da wirst du leicht, aus tausend Werken,
Die Weisheit seines Raths vermerken.