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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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182
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182 Der Oden andres Buch.

welch ein Glücke, dich zu schauen,Du Wunder der Gelehrsamkeit!

Erlaube mir, Schmuck aller Frauen!

Zu fragen, was dich so erfreut?

Kan denn Homer mit seinen Säßen,

Dich auch im Tode noch ergehen,

Der doch bey uns nicht mehr gefällt?

Ja, spricht sie: Solche SeltenheitenBewundern auch die EwigkeitenIn unsrer tiefen Unterwelt.

Mas ist nun ferner dein Begehren ?So fährt sie fort: Was forderst du?Warum muß ich zurücke kehren?

Was stört man mich in meiner Ruh?

O Heldinn! deines Geistes StärkeUnd deines Griffels Wunderwerke,

Die haben mich dazu gebracht.

Ich habe dir was vorzutragen,

Es steht bey dir, ob meinen KlagenDein Vorspruch bald ein Ende macht.

Du kennst vielleicht bereits die Schöne,Die dort am Weichselufer singt;

Indem der Wohlklang ihrer TöneGewiß bis zu den Schatten dringt.

Du kennest ihres Geistes Gaben,

Die wenig ihres gleichen haben,

Und ihren nettgeschnittnen Kiel;

Der oft den Franzen und den BirttenDen Preis der Schreibart abgestritten,

Ja Deutschland schon im Druck gefiel.