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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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193
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Vier und zwanzigste Ode.

. Awar steigt auch oft die HinterlistDurch Lügen, Heucheln und Verstellen;

^ie weis die Redlichkeit zu fällen,do lauter auch ihr Wandel ist.

^ie hebt sich durch Betrug und Tücke;

Die Tugend steht, und wundert sich,

^ud spricht: Wie sehr versiehst du dich,

2k deiner Gunst, du blindes Glücke!

Allein bevor es jemand denkt,sinkt Sejan von seinen Höhen:

Denn da kan niemand sicher stehen,

Der nicht sein Herz der Tugend schenkt.

Die Zeit entdeckt die faulen Ränke,

Wodurch die Bosheit sich erhöht;

^nd weil sie schrecklich untergeht,verlacht die Welt des Glücks Geschenke»Drum wohl dem! der der Fürsten GunstDurch nichts, als treue Dienste, suchet,

Der Ehrsucht Ränke stets verfluchet,

^nd aller Schmeichler Bettelkunst,brecht und ehrlich und getreu,

Das hebt empor und läßt nicht fallen:kurz, es macht beliebt bey allen,von des Glückeö*Wechsel frey.Beglücktes Sachsen, freue dich!

Dein weiser Hof dient zum Exempel:

Dle Tugend baut sich da den Tempel,

2^ alter Glanz erneuert sich.

D>e Weisheit herrscht auf deinem Throne;starb gleich neulich dein August:v lebt doch seine Götterbrustißt in dem erhöhten Sohne,

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Kaum